Achtung, Falsch-Radler!

Gefährlicher Familienausflug: Die Radler auf der Blankeneser Bahnhofstraße fahren entgegen der Einbahnstraße. Kaum ein Autofahrer rechnet an der Kreuzung Elbchaussee/ Blankeneser Bahnhoftsraße damit, dass Radfahrer aus der Einbahnstraße kommen könnten. (Foto: ch)

Die südliche Blankeneser Bahnhofstraße ist Einbahnstraße - Radler fahren trotzdem verkehrswidrig weiter

Donnerstagnachmittag. An der Kreuzung Blankeneser Bahnhofstraße und Elbchaussee quietschen Reifen. Ein Autofahrer kann den Zusammenstoß mit einem von rechts in die Kreuzung einbiegenden Radler noch gerade vermeiden. „Da dürfte doch eigentlich gar keiner herkommen!“, empört sich der Autofahrer. Er hat recht: Der südliche Teil der Blankeneser Bahnhofstraße ist Einbahnstraße. Radfahrern ist das weitgehend egal: Sie fahren einfach durch.
Die Blankeneser Bahnhofstraße hat eine besondere Verkehrsführung: Bis zur Kreuzung Osterleystraße/Auguste-Baur-Straße kann die Bahnhofstraße aus beiden Richtungen befahren werden. Doch dann wird sie zur Einbahnstraße – und zwar aus Richtung Elbe. Wer an die Elbe will, muss „einmal um den Pudding“ fahren.
Zu Beginn der geänderten Verkehrsführung weisen auf beiden Seiten große Schilder auf die Einbahnstraße hin. Für Radfahrer gibt es sogar noch ein kleines Schild, dass mit Pfeilen kennzeichnet: entweder rechts oder links, aber nicht weiter geradeaus fahren. „Gründe für die Einbahnstraße sind der zunehmende und geschäftige Verkehr. Vor den Läden wird viel rangiert, geparkt, gewendet, und es werden Waren angeliefert“, erklärt Norbert Berger vom Polizeikommissariat 26.
Doch kaum ein Radler hält sich daran, fährt einfach weiter. „Das ist nicht erlaubt. Radfahrer dürfen nur entgegen der Einbahnstraße fahren, wenn ein Zusatzzeichen die Freigabe für Radfahrer anordnet“, sagt Berger. Es droht ein Bußgeld von bis zu 25 Euro.
Fahrrad-Lobbyist Dirk Lau setzt sich für die Freigabe ein. „Die Autos fahren hier – meist auf der Suche nach einem Parkplatz – Schritttempo. Ein entgegen kommender Radfahrer stört dabei nicht, fordert ihnen allenfalls etwas Rücksicht ab“, so der stellvertretende Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).
Ganz stimmt das nicht. Denn am Ende der Straße, an der Einmündung zur Elbchaussee, wird es richtig brenzlig. Autofahrer, die an diese Kreuzung kommen, können um die Ecke schießende Radler erst im letzten Moment sehen. Es kommt zu Unfällen. Doch: „Ein Unfallschwerpunkt ist hier nicht“, sagt Berger. Er rät Autofahrern dennoch zur erhöhten Vorsicht: „Als Autofahrer muss ich auch damit rechnen, dass Einsatzfahrzeuge mit Sonderrechten aus der querenden Straße kommen könnten. Also: lieber nachschauen!“
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