80 Kleingärten gegen 300 Wohnungen

Kritik an der Deckelplanung: Ini-Mitglied Walter Sundrup (l.) mit Mark Classen (SPD, r.). (Foto: cvs)

Autobahndeckel: Laubenpieper wehren sich gegen Zwangsumzug

Ch. v. Savigny, Othmarschen – Tausche 80 Kleingärten plus zwei Sportplätze gegen 300 neue Wohnungen: So lassen sich die Planungen der Stadt Hamburg für den südlichen Abschnitt des Deckels über die A 7 zusammenfassen. In der Schule Othmarscher Kirchenweg informierte die Behörde für Stadtentwick-lung und Umwelt (BSU) vor rund 300 Zuhörern über den so- genannten „Rahmenplan“ für den Autobahndeckel. Dabei handelt es sich um erste Entwürfe, die später in einen rechtlich wirksamen Bebauungsplan münden sollen.
Und so sieht das BSU-Projekt „Othmarscher Gartenwohnen“ im Einzelnen aus: Zwischen Schwengelkamp, Behringstraße und Griegstraße entstehen 170 Wohnungen in Reihen-, Doppel- und mehrgeschossigen Häusern. Südlich davon, am Othmarscher Kirchenweg, werden nochmal 85 Wohnungen gebaut, zum Teil als Einzelhäuser („Stadtvillen“). Dafür muss ein Sportplatz von Altona 93 verlegt werden. Im letzten Abschnitt entstehen am Trenknerweg 45 Wohneinheiten in Reihen- und Doppelhausbauweise. Auch dort befindet sich derzeit ein Sportplatz, dieser wird von der Grundschule Trenknerweg genutzt.
Der Zeitpunkt des Baustarts hängt mit der Deckelplanung zusammen. Dieser soll frühes-tens im Jahr 2019 fertig sein. Anschließend könnten die Kleingärten auf den Deckel verlegt werden. Als Ersatz für die weggefallenen Sportplätze plant die Behörde einen „Sportpark“ an der Baurstraße. Das Projekt soll bereits 2013 in Angriff genommen werden, sodass der Wohnungsbau auf diesen beiden Flächen schon im übernächsten Jahr starten könnte.
Doch von Anwohnerseite hagelt es Proteste: So kämpft die Initiative „Gartenraum braucht Wurzelraum“ bereits seit 15 Jahren für den Erhalt ihrer Parzellen. Die Laubenpieper denken gar nicht daran, sich vertreiben zu lassen. „Wir kämpfen bis zum letzten Blutstropfen“, sagte Ini-Sprecherin Beate Hufnagel. Laut Bürgerschaftsbeschluss steht allerdings schon fest, dass auf den jeweiligen Flächen gebaut wird. „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie“, sagte Mark Classen (SPD), Sprecher des Bauausschusses in der Bezirksversammlung Altona.
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