500.000 Kilometer im Kreis durch Blankenese

Ein Mann und sein Bus:Hans Landsberg vor einer seiner letzten Fahrten mit der „Bergziege“. (Foto: ww)

Bergziegenfahrer Hans Landsberg ging in Pension

W. Westphal - Blankenese - Etwas wehmütig strich Hans Landsberg über das Steuerrad „seines“ Busses der Linie 48, der von allen nur „Bergziege“ genannt wurde. Nach 20 Jahren und geschätzten 500.000 Kilometern auf dem Rundparcours - Blankeneser Bahnhof, Strandweg, Waseberg, Bahnhof - hieß es jetzt:Abschied nehmen! Busfahrer Landberg ging in den verdienten Ruhestand.
„Ich sehe meine Pensionierung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich ist der Ruhestand schön, aber ich werde meine Fahrgäste vermissen. Viele von ihnen habe ich aufwachsen sehen, kenne sie als Schulkinder und heute als Erwachsene. Sie werden mir fehlen“, sagte er leicht melancholisch.
Denn die Nutzer der „Bergziege“ kennen sich, man weiß Bescheid über die Geschichten und Befindlichkeiten der Hangbewohner, über Hochzeiten, Taufen, Familienfeiern, Krankenhausaufenthalte. Hier begrüßt und verabschiedet sich jeder Fahrgast vom Fahrer.
Hans Landsberg war einer von der besonders ruhigen Sorte. Während andere Fahrer schimpften und hupten, wenn sie an schlecht geparkten Autos nicht vorbeikamen, hinter der Müllabfuhr festhingen, blieb er immer ganz ruhig. Er hielt für ältere Menschen schon einmal direkt vor deren Haus und reichte Hangbewohnern ihre Zeitung aus dem Wagenfenster. Kurzum: Er war bei den Fahrgästen und Hangbewohnern sehr beliebt.
Hans Landsberg ist ein „Kölsche Jung“, blieb nach seiner Bundeswehrzeit in Bad Segeberg im Norden hängen. Er hatte Autoschlosser gelernt und kam 1988 zur Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG). Seit 1991 fuhr er die Bergziege, täglich gut 100 Kilometer. Als Fan von Strand und Wasser war er für die Fahrt am Strandweg genau der richtige Mann. Auch in seinen Urlauben zog es ihn an die See, oft nach St. Peter-Ording.
Von seinem „Arbeitsplatz“ wird sich Landberg aber nicht ganz verabschieden:Er wird ans Elbufer gehen und sich dort gemütlich in ein Lokal setzen, ein Fischbrötchen essen und den Schiffen nachschauen.
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