Sprechstunden-Performance

(Foto: Infos zur Medizin)

Wenn ein Arztbesuch ansteht, wirft er schon Tage vorher seine Schatten voraus. Man macht Dinge, die man sonst nicht macht, man legt sich Beschreibungen seiner Beschwerden immer wieder neu zurecht, erhöht die Trinkmenge von ein auf vier Liter pro Tag, sucht sämtliche Impfausweise und pränatale Ultraschallportraits zusammen, kauft frische Batterien für seine Hörgeräte, entschließt sich zu Pediküre, Maniküre, Friseur und, und, und…

Sicher, es gibt Unterschiede, ob man seinen Leibarzt oder einen unbekannten Facharzt visitiert, aber die sind eher marginal. Die Frage nach Blumen oder Schokolade für die Sprechstundengehilfin bleibt jedenfalls.

Beim Facharzt gilt es natürlich neu abzuwägen, ob man im Gespräch Bezug auf seine Familienfotos auf seinem Schreibtisch oder seinem Bildergeschmack in der Praxis allgemein nimmt? Auf seine Reaktion wird es wesentlich ankommen, ob man ihm Hilfestellung bei der Diagnose gibt. Spielt man mit seinem Handy, wenn er nur in seinen Computer starrt?
Lächelt man verschwörerisch, wenn er von den Triglyceriden spricht? Macht man, wenn das nicht ankommt beim Freimachen des Oberkörpers provozierend langsam?
Und lässt man nach der Verordnung von Akkupunktur bei der Verabschiedung den Doktortitel weg?
All dieser Fragen bin ich gottseidank enthoben, seit ich von meiner Frau gecoacht werde.
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2 Kommentare
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Franz Firla aus Blankenese | 09.02.2017 | 09:32  
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Franz Firla aus Blankenese | 09.02.2017 | 14:15  
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