Fuchs du hast die Gans gestohlen - postfaktisch

(Foto: PeppAuf)

Nach dem Hype um den Protest einer Limburger Dame, von der man nur weiß, dass sie Veganerin ist, scheint plötzlich wieder das deutsche Volkslied in aller Munde zu sein. Das Ganze klingt nach einem Scherz einer Satirezeitschrift, soll sich aber tatsächlich zugetragen haben.

Sie fühle sich als Veganerin durch das Schießgewehr des Jägers zutiefst verletzt, hatte die Limburgerin dem Rathaus erklärt, das daraufhin die tierische Nummer aus seinem beliebten Glockenspielprogramm nahm.

Es bleiben bei diesem Casus viele Fragen ungeklärt. Nicht aber die Fakten zum Lied. Die kann jeder auf Wikipedia nachlesen. Ernst Anschütz (!) hat demnach ein altes Volkslied über Gänsestehlen mit „Warnung!“ überschrieben und ein Textupdate verfasst, dass einen fiktiven Geflügeldiebstahl durch einen „Fuchs“ beinhaltet, womit er Kindern die schlimmen Folgen des Stehlens aufzeigen wollte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fuchs eine ausgewachsene Gans packt und wegschleppt, ist nämlich äußerst gering. Was den Jäger und seine Waffe angeht, war meine erste Vermutung, die Dame habe moniert, dass es nur Jäger heißt und nicht auch Jägerin, leider ziemlich daneben.

Befremdlich wirkt in dem Fall aber auch, dass die limburgische Veganerin sich eigentlich über ihre eigene Erinnerung an den Text beschwerte, denn auch das schönste Glockenspiel lässt den Liedtext unberücksichtigt.

Wir befinden uns also bei dieser Nachricht gleich dreifach im Reich des Nonfaktischen und erleiden einen zeittypischen postfaktischen Protest.
Demnach ist keineswegs auszuschließen, dass die Dame gar nicht existiert.

Wenn doch, empfehle ich ihr die Melodie der Lottozahlenziehung, denn die ist ohne Gew…
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