Wo soll man jetzt parken?

Anwohner Roderich Thieß ist besorgt, dass die Parkplatznot verschärft wird und zu mehr Ärger unter den Anwohnern führt. (Foto: tisch)
 
Zahlreiche Anwohner, die auf Gehhilfen angewiesen sind, haben sich über parkende Autos auf dem Gehweg beschwert. Seitdem Poller am Gehwegrand aufgestellt wurden, können hier keine Autos mehr parken, und die Fußgänger können wieder die gesamte Wegbreite nutzen. (Foto: tisch)

Der neu gemachte Gehweg neben der Straße Op´n Hainholt wurde mit Pollern gesichert – damit fallen Parkplätze weg

Tischler/Istel, Sülldorf – Sie sind aus Holz, rund 50 Zentimeter hoch, säumen den fast 150 Meter langen und neu gestalteten Gehweg an der Straße Op’n Hainholt. Und sind zum Ärgernis für viele Anwohner geworden: die neuen Poller.
„Vor allem abends und an Wochenenden hier einen Parkplatz zu finden, wird noch schwerer als bisher werden“, befürchtet eine Anwohnerin. Früher war der Weg ein unbefestigter Sandweg. Suchte man einen Parkplatz, konnte man sein Auto dort prima parken. Und auch, nachdem der Gehweg mit Platten befestigt war, parkten dort Autos.
Das erzürnte das Bezirksamt Altona. „Die neu hergerichteten Bankette wurde dabei völlig zerfahren. Ständig musste aus diesem Grund nachgearbeitet und auch zerbrochene Platten wieder ausgetauscht werden“, schildert Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamtes Altona.
Also ließ die Behörde entlang des Weges Poller aufstellen. Die Maßnahme kostete laut Roehl 20.000 Euro. Dafür haben die Anwohner kein Verständnis. „Wir haben immer so nah an der Hecke gestanden, dass Platz genug für die Fußgänger da war“, sagt Roderich Thieß.

„Parkbuchten wären sinnvoller gewesen.“

Durch die wegfallenden Parkplätze auf dem Gehweg wird die Straße eng. Zwei Autos passen nicht mehr aneinander vorbei. „Es wird ein richtiges Problem geben, wenn hier mal ein Rettungswageneinsatz nötig ist“, ergänzt Anwohner Richter. Die Verkehrssituation wird sich voraussichtlich noch verschärfen, wenn die Neubauten auf dem angrenzenden Osterfeld fertig und mehr Autos Op´n Hainholt unterwegs sind.
An der Straße hat auch die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Franziskus ihren Sitz. Hier leben und arbeiten Menschen mit besonderem Förderbedarf. Zwar kommen sie auf dem neuen Geweg sicher zu ihrer Wohn- und Arbeitsstätte, aber der Leiter der Einrichtung sieht die Poller dennoch kritisch: „Prekäre Verkehrssituationen sind jetzt schon die Folge! Einziger Vorteil ist, dass der Fußgängerweg nicht als ‚Beschleunigungstreifen‘ genutzt wird“, so Christoph von Bar.
Hätte es eine Alternative gegeben? „Es wäre sinnvoller gewesen, statt der Poller Parkbuchten zu schaffen“, so eine Anwohnerin.



Das sagt die Politik

Anne Krischok, MdHB (SPD):
Die Baumaßnahmen wurden vom Bezirksamt Altona durchgeführt, weil es zahlreiche Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern gab. Der Gehweg war insbesondere für ältere Menschen, die auf Gehhilfen oder Rollstühle angewiesen sind, kaum benutzbar. Daher wurde hier Abhilfe geschaffen.
Leider wurde der neu mit Platten verlegte Gehweg nicht von allen Autofahrern als solcher akzeptiert. Er wurde zum Teil als Parkfläche oder Ausweichfläche für Autos benutzt. Die neu verlegten Platten wurden dadurch beschädigt. Da durch die Fremdnutzung die Gehwege nicht oder nur eingeschränkt benutzt werden konnten, hat das Bezirksamt jetzt Poller anbringen lassen, denn auch Strafmandate zeigten keine Wirkung.


Karin Prien, MdHB (CDU):
Solche umfangreichen Umgestaltungen dürfen nicht ohne vorherige Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden. Alles andere führt zu unnötiger Unruhe, und die Behebung von Fehlplanungen wird ungeheuer schwierig und teuer. Ich dachte, hier seien wir bereits einen Schritt weiter (...). 
Selbstverständlich müssen auch im Op'n Hainholt alle Verkehrsteilnehmer sicher von A nach B kommen können. Es kann nicht sein, dass in einer Nacht- und Nebel-Aktion ohne vorherige Beteiligung der Anwohner ein Großteil der Parkplätze weg-
fallen. (...) Seit 2010 ist der Pkw-Bestand in Hamburg jedes Jahr um knapp 10.000 (Autos) gestiegen. Jetzt muss eine Lösung gefunden werden, wie die Situation vor Ort geheilt werden kann.
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