Wo sind unsere Mitschüler?

Kinderrechte wichtiger als Asylgesetze: Die Schülersprecher Daytona Hansen, Rafael Solposto, Bineta Hansen und Estoril Hansen protestieren in der Schmiedstraße. Foto: JOTO

Stadtteilschule am Hafen: Petition gegen die Abschiebung von Seherezadae (11)

Von Tobias Johannning. „In den letzten Tagen, Wochen, Monaten bleiben immer wieder auf den Schulbänken Plätze leer. Tagelang geht man in die Schule und hofft, dass man diese Mitschüler doch noch wiedersieht“, sagte Bineta Hansen. Das sei jedoch nie der Fall. Die Schülersprecherin der Stadtteilschule am Hafen protestierte am Montagmittag gemeinsam mit 120 Mitschülern vor dem Eingabendienst der Hamburger Bürgerschaft in der Schmiedstraße gegen die Abschiedung von Seherezada, die in den nächsten Tagen nach Serbien abgeschoben werden soll. (Das Elbe Wochenblatt berichtete)
Schüler, Eltern und Lehrer reichten eine Petition beim Eingabedienst der Bürgerschaft ein, um die Abschiebung der Elfjährigen zu verhindern. „Es kann nicht sein, dass geltende Asylrechtsgesetzte einen höheren Stellenwert haben als unsere Kinderrechte.”, so Hansen.
Seherezada kam zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern vor zwei Jahren aus Serbien nach Hamburg. Die Familie gehört zur Minderheit der Roma, die in ihrer Heimat diskriminiert wird. Dennoch gilt Serbien als sicheres Herkunftsland. Dort werden die Kinder vermutlich keine Schule besuchen können.
Die Schüler der Stadtteilschule am Hafen finden diese Situation unerträglich. „Wir fordern, dass Schülern nicht während eines laufenden Schuljahres abgeschoben werden!”, sagte Bineta Hansen. Um das durchzusetzen planen die Schüler weitere Aktionen.
Von der Hamburger Schulbehörde gab es auf Anfrage des Elbe Wochenblatts bis zum Re-daktionsschluss keine Stellungnahme, wie sich die härtere Abschiebepraxis auf die Schulen auswirkt.
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