Wird die Elbchaussee kaputt gespart?

Blick über die Elbe am Bismarckstein bei Blankenese: Jürgen Weber an einer der Stelltafeln, die der Verein „Hamburg – Grüne Metropole am Wasser“ aufstellen ließ. (Foto: rs)

Ein Verein kämpft für den Erhalt der Kulturlandschaft „Hohes Elbufer“ zwischen Stintfang und Wedel

Reinhard Schwarz, Elbvororte - Vielen gilt sie als „die schönste Straße der Welt“: die Elbchaussee. Doch Autolärm, Staus und Abgase beeinträchtigen die Freude an dieser mehr als 200 Jahre alten Kulturlandschaft, durch die die Straße führt..
Dennoch fasziniert die Prachtallee nicht nur Besucher von außerhalb. Viele Einheimische beschäftigen sich mit wissenschaftlicher Akribie mit der ganzen Region, dem „Geestrücken“, der sich vom Stintfang in St. Pauli bis nach Wedel zieht, ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Jürgen Weber aus Blankenese forscht seit Jahren über die Geschichte der Parks, Herrschaftshäuser und Menschen.
Gemeinsam mit anderen Enthusiasten hat Weber den Verein „Hamburg – Grüne Metropole am Wasser e.V.“ gegründet, der ein sechsteiliges Kartenwerk für Wanderer und Spaziergänger erarbeitet hat.
Kurze Texte informieren über die Geschichte der Bauwerke, Grünanlagen und Straßen. So erfährt der Leser, dass die Elbchaussee ab 1830 eine Zeit lang mautpflichtig war. „Das Hohe Elbufer zeichnet sich durch eine Mischung aus Industrielandschaft und einer circa 250 Jahre alten Parklandschaft aus“, resümiert der pensionierte Radiologe und Chefarzt am Krankenhaus Rissen. „Es ist ein Wunder, dass diese Parks nicht der Zersiedelung zum Opfer gefallen sind.“ Die „urbane Kulturlandschaft“ müsse auch noch späteren Generationen erhalten bleiben.
Der Bezirk spart, die Mitglieder helfen sich selbst. Doch gerade mit der Erhaltung stehe es schlecht, kritisiert Weber, neben „seinem“ Verein noch Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins. „Die Parks, Friedhöfe, Spielplätze und sogar das Straßenrandgrün werden mangelhaft gepflegt.“ Eine Folge jahrelanger Sparpolitik und der personellen Ausdünnung der Gartenbauabteilungen der Bezirke, resümiert Weber mit einem Anflug von Resignation. Zwar habe es zahlreiche Gespräche mit „der Politik“ gegeben – allerdings ohne nennenswerten Erfolg.
Stattdessen wurden die Vereinsmitglieder selbst aktiv, unterstützt von der Patriotischen Gesellschaft und der Hermann-Reemtsma-Stiftung. So wurden etwa an markanten Punkten – wie dem Bismarckstein in Blankenese – Infotafeln für Spaziergänger aufgestellt. Weber will nicht aufgeben. Er und seine Mitstreiter haben schon das nächste Projekt im Visier: die Parks um Alster und Bille.

Kartenwerk
Sechs Wanderkarten „Urbane Kulturlandschaft ‚Hohes Elbufer’ in Hamburg-Altona“ im Schuber, vom Verein Hamburg – Grüne Metropole am Wasser (Hg.), erhältlich zum Preis von 6,50 Euro im Buchhandel oder beim Blankeneser Bürger-Verein, Blankeneser Bahnhofstraße 31a (Markt-Pavillon), Tel. 86 70 32
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.