„Wir sind doch keine Truppe Wilder!“

Volker Rönn, Dieter Arndt und Gunter Klemke (v.l.) bangen um den Fortbestand ihres Modellflugvereins. Foto:jve

Luftsportgruppe Rissen wurde das Vereinsgelände gekündigt –Vorwurf:  Sie würde die Vögel stören

Julia Vellguth, Rissen
Dieter Arndt, Volker Rönn und Gunter Klemke bangen um ihren Modellflugverein. Seit mehr als 30 Jahren nutzt die Luftsportgruppe (LSG) Rissen eine Wiese in der Rissener Feldmark. Nun soll damit Schluss sein. Dem Verein wurde die Nutzungsvereinbarung gekündigt. „Wir wissen nicht, was aus unserem Verein werden soll“, so Dieter Arndt (51), der seit 15 Jahren Mitglied in der LSG ist.63 Mitglieder hat der 1974 gegründete Modellflugverein, doch nur ein kleiner Teil lässt regelmäßig auf der Wiese hinter der Ponywaldschänke seine Modelle fliegen. Für die an einen Landwirt verpachtete, rund 600 Quadratmeter große städtische Fläche hat die LSG seit 1980 eine Nutzungsvereinbarung. „Es gab noch nie einen Unfall und bisher keine Beschwerden“, erklärt Dieter Arndt. Doch im März erfuhr der Verein von dem Vorwurf, Modellflieger würden mutwillig Vögel beeinträchtigen.Das Bezirksamt ging der Beschwerde nach – und stellte verschiedene Verstöße fest. So würden die mit Elektromotoren betriebenen Fluggeräte die Ruhe der Natur sowie geschützte Vogelarten stören. Die Nutzungsvereinbarung bezöge sich nur auf Segelflugmodelle.Dieter Arndt ist empört über die Anschuldigungen. „Wir sind ja keine Truppe Wilder. Bei uns im Verein gelten strenge Verhaltensregeln“, so Arndt. Keiner würde Vögel belästigen, und die Elektromotoren seien extrem leise. Doch am meisten ärgert ihn, dass der Verein nicht angehört wurde: „Es gab überhaupt kein Gespräch.“ Der Verein erhielt eine Kündigung zu Ende Mai. Im Grünausschuss des Bezirks Altona konnten anwesende LSG-Mitglieder eine Duldung bis Ende September erreichen. Sie hörten am Rande, es handle sich bei der Wiese um eine Ausgleichsfläche, und die Umweltvergehen seien nicht der Kündigungsgrund. Das Bezirksamt Altona bestätigt dies nicht. „Es sind mehrere Gründe zusammengekommen, die zur Kündigung führten. Das Bezirksamt Altona ist aber um eine Lösung bemüht und beabsichtigt, dem Verein eine Ersatzfläche vorzuschlagen“, so Pressesprecher Martin Roehl. Nun suchen die Modellflieger händeringend nach einer neuen Fläche. Ans Aufhören denkt aber keiner. „Wir investieren viel in unser Hobby, da steckt viel Herzblut drin“, meint Dieter Arndt. 
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