Werden die „Othmarscher Höfe“ zu groß?

Zu eng: Andy Lunkenheimer wünscht sich mehr Erholungsraum für die Bewohner der „Othmarscher Höfe“. Foto: cvs
Hamburg: Othmarscher Höfe |

Bewohner kritisieren neue Bauvorhaben

Von Christopher von Savigny. Das Gebiet östlich des UCI-Kinos an der Autobahnauffahrt Othmarschen in Richtung Norden war früher ein ödes Brachland. 15 Jahre lang hatte sich der Bezirk Altona vergeblich darum bemüht, vor Ort Gewerbeunternehmen anzusiedeln – doch es geschah nichts. Bis die Politik das Areal vor wenigen Jahren für Wohnzwecke umwidmete. Entstanden ist seither eins der größten Neubaugebiete der Stadt – mit rund 800 Wohnungen für 2.500 Menschen. Laut Planung könnten nun mindestens noch einmal so viele Behausungen hinzukommen.
Aktuell im Blickpunkt steht die Fläche neben dem Lidl-Markt an der Jürgen-Töp- fer-Straße. Das Unternehmen Magna Immobilien AG möchte auf dem derzeit noch völlig zugewucherten Grundstück 178 Wohnungen bauen. Das ist noch längst nicht alles: Weitere Neubauten entstehen gerade an der Behringstraße. Ebenso im Gespräch ist ein Areal nördlich des UCI-Parkhauses an der Baurstraße, für den es allerdings noch keinen Bebauungsplan gibt.
Nicht alle freuen sich über so viel Wohnungs-Zuwachs. „Es wird immer mehr und immer höher gebaut, aber an die Menschen hier denkt keiner“, sagt Andy Lunkenheimer. Dem zweifachen Familienvater fehlen ausreichend große Grünflächen zur Erholung, speziell die Kinderspielplätze seien zu klein geraten. Zudem kritisiert der Anwohner der Jürgen-Töpfer-Straße die Höhe der neuen Wohnkomplexe: Diese seien mit bis zu sieben Stockwerken plus Staffelgeschoss um durchschnittlich zwei bis drei Etagen höher als die Bestandsgebäude. Angeblich soll die große Höhe der Gebäude die Bewohner vor dem Straßenlärm der Behringstraße abschirmen.
Doch die Menschen fühlen sich eingeengt. „Das Ganze ist wie ein Kessel, der nach außen hin immer höher wird“, sagt Andy Lunkenheimer.
Möglicherweise liegt der Missstand darin begründet, dass (bislang) nicht weniger als sechs Investoren an dem Projekt beteiligt sind. Doch Gregor Werner (SPD), Sprecher im Altonaer Bauausschuss, weist diesen Vorwurf zurück: „Das Gesamtkonzept wird durch das Ergebnis des Bebauungsplanverfahrens festgelegt“, sagt er. Daran könne man genau erkennen, wie viel Grün und wie viel Wohnfläche das Neubaugebiet haben werde. Gregor Werner betont: „Wir sind sehr glücklich, dass wir das Wohngebiet ,Othmarscher Höfe’ an dieser Stelle realisieren konnten. Die Wohnungen sind stark nachgefragt, es gibt kaum Leerstand.“
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