Waren die Poller schuld am Tod eines Mannes?

Im Ernstfall kommt es auf jede Minute an. Sechs fest installierte Poller kosteten einem 50-Jährigen wahrscheinlich das Leben. Symbolfoto: panthermedia

Hans-Leip-Ufer: Mann bricht zusammen, Sanitäter kamen nur zu Fuß hin

Karin Istel, Othmarschen
Sie waren schnell: Nur zwölf Minuten brauchten die Retter bis zur Elbchaussee. Doch dann ging es für die Rettungskräfte nur noch zu Fuß zum Hans-Leip-Ufer weiter. Denn die westliche Zufahrt versperren sechs fest installierte Poller. Bis das Notarztteam bei einem zusammengebrochenen Mann ankam, vergingen 30 Minuten. Eine halbe Stunde, die dem Mann wahrscheinlich das Leben kostete. Er konnte zwar wiederbelebt werden, verstarb aber anschließend im Krankenhaus.
Der Vorfall ereignete sich schon Anfang Dezember: Eine Gruppe von sechs Wanderern hatte sich von Wedel in Richtung Hamburger Hauptbahnhof auf den Weg gemacht. Kurz nach dem Anleger Teufelsbrück klagte der 50-Jährige über Schwindel, setzte sich auf eine Parkbank am Elbuferweg und brach zusammen.
Ein Mitwanderer alarmierte sofort den Notruf, gab eine genaue Ortsbeschreibung ein. Doch die Rettungskräfte brauchten lange: Sechs fest installierte Poller versperrten dem Rettungswagen den Weg. Die Bank stand hinter der Absperrung.
Erst nach 30 Minuten kam der Notarzt zu Fuß, nach weiteren 20 Minuten die Helfer mit der Rolltrage. Über die Poller an der westlichen Zufahrt war die Feuerwehr nicht informiert worden. Sonst hätte sie wahrscheinlich gleich den längeren Weg über die östliche Zufahrt genommen.
Die Poller, die den Weg versperren, wurden angebracht, damit keine Fahrzeuge auf dem Wanderweg entlangfahren. Sie sind auf dem Wanderweg verboten, denn die Kaimauer ist sanierungsbedürftig.
Da sich das Bezirksamt Altona und die Hamburg Port Authority über die Zuständigkeit und die Sanierungskosten der Kaimauer streiten, wurde erst mal ein Teil der Kaimauer abgesperrt. Und Poller aufgestellt.
Warum keine versenkbaren oder umklappbaren? „Nach hiesiger Erfahrung wurden herausnehmbare Poller immer wieder Opfer von Vandalismus“, so Martin Roehl, Sprecher des Bezirksamtes.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.