Wann muss ein Freibad öffnen?

Wenn es denn geöffnet ist, ist das Freibad Marienhöhe ein großer Spaß für Kinder. Es soll in den Sommerferien nicht geschlossen werden, es sei denn, das Wetter wird extrem schlecht. verspricht Bäderland Hamburg. Foto: Bäderland Hamburg

Ist schlechtes Wetter vorhergesagt, wird das Freibad Marienhöhe
gleich mehrere Tage geschlossen

Julia Vellguth, Sülldorf
Die Freibadsaison geht von Mai bis Ende August – wenn das Wetter es zulässt. „Seit der Eröffnung am 20. Mai war das Freibad Marienhöhe schon an 15 Tagen geschlossen“, bemängelt Claus Plähn aus Rissen. Denn: Betreiber Bäderland schließt das Freibad bei schlechten Wetterprognosen sogar für mehrere Tage.Der 60-jährige Plähn kommt seit seiner Kindheit in das Sülldorfer Freibad, seit Jahren dreht er fast jeden Morgen hier seine Runden. Rund 25 Stammschwimmer zählt er pro Tag allein bis mittags. Sie würden auch bei Wind und Wetter schwimmen. Doch Bäderland schließt das Freibad, wenn schlechtes Wetter angekündigt ist. Stammgast Claus Plähn ärgert das seit Jahren, zumal die Bäder bei besserem Wetter nicht wieder spontan öffnen. „Überall wird Flexibilität erwartet, auch Bäderland sollte sich flexibler auf das Wetter einstellen“, meint er. Das Personal sei doch vorhanden.

Die meisten Besucher seien Stammgäste, weiß Plähn


Schon oft wandte sich Plähn an die Bäderland-Hotline, doch diese verwies auf die Kombibäder mit Innenbecken. Aber die seien viel teurer im Eintritt und mit umständlichen Autofahrten verbunden, so Plähn. „Und in Wedel fehlt mir ein schönes großes Außenbecken.“ Er weiß, dass das Bad Marienhöhe zu 80 Prozent von Stammgästen besucht wird, für die es auch keine Alternative gibt. „Es ist sehr familiär, man kennt sich.“Claus Plähn lässt wirtschaftliche Gründe für die wetterbedingten Schließungen nicht gelten. Mit ihren Freibädern habe Bäderland einen öffentlichen Auftrag. Schon lange spielt er mit dem Gedanken, ein Bürgerbegehren ins Leben zu rufen. „Ein Freibad nicht mal drei Monate offen zu halten, ist ein Armutszeugnis.“Schwimmbadbetreiber Bäderland sieht kein Problem in den Schlechtwetterschließungen. „Unsere Stammgäste wissen ziemlich gut, bei welchen Wetterlagen ein Freibad geöffnet hat“, so Bäderland-Sprecher Michael Dietel. „Wir öffnen lieber schon, wenn das Wetter noch nicht wieder ideal ist. Auch in den Ferien werden wir nicht schließen. Da müsste es schon extrem schlecht werden.“ Insgesamt sei die Öffnung als flexibel anzusehen. „Nach zwei Wochen wechselhaften Wetters und Regenfällen sind 20 Grad und Bewölkung noch kein Freibadwetter. Die Wiesen sind nass und ausgekühlt. Wenn wir dann mitten am Tag doch öffnen, weil unerwartet die Sonne scheint, bekommt das außerdem kaum jemand mit.“ 
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