Vor Umbau des Marktplatzes: Streit um Bürgerbeteiligung

Die ersten Bäume wurden schon gefällt, um Platz für die Umgestaltung im Herzen von Blankenese zu schaffen. Künftig soll der Marktplatz nicht mehr zum Parken genutzt werden. Foto: SE
 
Planer des neuen Blankeneser Marktplatzes: Wolfgang Kaeser (SPD, v. l.), Freiraumplaner Peter Köster, Friedrich-Wilhelm Ritzmann, Leiter des Bezirksfachamtes Management im öffentlichen Raum, Oliver Diezmann von der Interessengemeinschaft Blankenese, Eberhard Fledel vom Zukuntfsforum Blankenese und Johannes Gerdelmann, Baudezernent im Bezirksamt Altona. Foto: se

Planer des neuen Blankeneser Marktplatzes
weisen Kritik aus dem Stadtteil zurück

STEFANIE ENDER, BLANKENESE

Bald schon rücken die ersten Bagger in Blankenese an. Am 8. April soll der Umbau des Marktplatzes beginnen, der seit 2012 geplant wird. Kritiker wenden ein, die Blankeneser hätten bei den Planungen nicht genügend mitbestimmen dürfen. Die Befürworter der Umbaupläne (siehe extra Artikel), die ungefähr 1,5 Millionen Euro kosten, zeigten vergangene Woche dafür wenig Verständnis: Der Planungsprozess sei optimal gelaufen.
„Hier haben wir eine Bürgerbeteiligung vom Feinsten. Es geht nicht, dass wir jetzt noch mal von Null beginnen“, sagt Wolfgang Kaeser (SPD). Auch Johannes Gerdelmann, Baudezernent des Bezirksamtes Altona betont: „Es gab im Planungsprozess eine große Bürgerbeteiligung.“
Dies stellen Blankeneser wie Uwe Lühmann jedoch in Frage: „Ich kritisiere eigentlich nicht die Planungsergebnisse, sondern, dass die Blankeneser nicht genug über die Fortschritte informiert werden und nicht einbezogen werden.“ Seiner Meinung nach werde der Umbau des Marktplatzes nur von einigen wenigen Vertretern der Blankeneser Vereine, wie dem Zukunftsforum, dem Bürgerverein und dem Verein Historisches Blankenese gesteuert. In allen drei Vereinen ist er selbst Mitglied aber kritisiert, „dass die Bürger nun nur noch über die Bepflanzung des neuen Marktes entscheiden dürfen“. Gerdelmann entgegenet: „Wir mussten vorher festlegen, wo Mitwirkungspunkte für die Bürger liegen, denn manche Vorgaben, wie finanzielle, geografische oder eigentumsrechtliche, sind unumstößlich.“
Mit Stadtrundgängen hatte alles begonnen. 2012 luden die Planer zur ersten Präsentation in die Gorch-Fock-Schule. „100 bis 200 Bürger kamen“, sagt Eberhard Fledel vom Zukunftsforum Blankenese. 2014 folgten sechs Werkstattgespräche, in denen das Bezirksamt nach den Bürgerideen für die Grobplanung des Projekts fragte.
2015 präsentierten die Planer die Ergebnisse in der Stadtteilschule. „Von den 200 Interessierten meldeten sich nur zwei oder drei dagegen“, sagt Fledel. Das Bezirksamt beschloss die ausgearbeiteten Grobpläne, auf deren Basis nun Details geplant werden. Am Sonnabend, 8. April, wird es ab 14 Uhr eine weitere öffentliche Veranstaltung in der Gorch-Fock-Schule, Karstenstraße 22, geben.

Marktplatz: Das wird geplant
Der etwa 200 Quadratmeter große Blankeneser Marktplatz wird durch die Umgestaltung größer und offener wirken. Dazu sollen die Bordsteinkanten zu den angrenzenden Straßen abgesenkt, die Fläche inklusive der Verkehrswege einheitlich gepflastert und die Hecken an der Blankeneser Bahnhofstraße entfernt werden. Die leichte Erhöhung der Platzmitte und die Auffahrrampen sollen begradigt werden.
Mehr Raum für Fahrradfahrer und Fußgänger: In marktfreien Zeiten soll der Platz im Herzen Blankeneses autofrei bleiben. Geplant ist, dass sowohl der Mühlenberger Weg als auch die Propst-Paulsen-Straße verkehrsberuhigt werden.
Wie die Zukunft des Markt-häuschens aussehen wird, ist derzeit noch ungewiss. Gestaltung und Finanzierung stehen noch nicht fest. Am 8. April will der Arbeitskreis außerdem diskutieren, ob es Bänke geben wird und welche Lampen installiert werden.
Zunächst werden die Arbeiten an der Propst-Paulsen-Straße
beginnen, später werden der Mühlenberger Weg und der
Marktplatz umgebaut. Während der ersten Arbeiten wird eine provisorisches Ebend für Fußgänger auf den Platz gestellt.
Johannes Gerdelmann, Baudezernent des Bezirksamtes Altona, bilanziert: „Wir sprechen hier von einem echten Schmuckstück, das Blankenese bekommen wird.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.