Vom Kosovo in die Waitzstraße

„Prävention ist mein Job“: Stadtteilpolizist Michael Hansen ist Ansprechpartner für Geschäftsleute und Passanten in der Waitzstraße - aber sein Revier geht weit über die Einkaufsmeile hinaus. Foto: rs

Stadtteilpolizist Michael Hansen war vorher im UN-Einsat

Von Reinhard Schwarz. In der Waitzstraße ist er der Vertreter des Gesetzes: Stadtteilpolizist Michael Hansen. Der Bürgernahe Beamte (Bünabe) hat ein waches Auge auf Falschparker und andere Verkehrssünder. Doch der 47-Jährige ist nicht nur für die Einkaufsmeile zuständig, wie viele meinen. „Meine Aufgabe besteht – kurz gesagt – darin, Präsenz zu zeigen, Kontakt zu Geschäftsleuten und Institutionen wie beispielsweise dem Bürgerverein zu halten.“
Darüber hinaus ist Hansen, der mit seiner Frau in Elmshorn lebt, auch Ansprechpartner für zwei Gymnasien und eine Grundschule. „Hinzu kommt die übliche Polizeiarbeit: Bearbeitung von Sachbeschädigungen und Einbruchsmeldungen.“ Vor allem Wohnungseinbrüche seien ein großes Problem, sagt Hansen, dessen sonst so freundliche Miene deutlich ernster wird.
Gewalt sei kaum ein Thema in seinem Gebiet, so Hansen, der auch schon fünf Jahre auf St. Pauli im Einsatz war und dort ganz andere Erfahrungen sammeln konnte.
Bevor der gebürtige Kieler vor anderthalb Jahren Stadtteilpolizist wurde, hatte er einen weitaus gefährlicheren Job. Zwei Jahre war er im UN-Einsatz in Mitrovica im Kosovo, in dem ein Dauerkonflikt zwischen der serbischen Minderheit und der albanischen Bevölkerungsmehrheit schwelt. „Unsere Aufgabe als Polizisten war es, im UN-Auftrag unter anderem darauf zu achten, dass die Menschenrechte und internationalen Vereinbarungen eingehalten werden.“
Im Vergleich zum Kosovo erscheinen die Probleme in der Waitzstraße und Umgebung als nicht wirklich dramatisch: „Ich werde oft auf das Thema Müll angesprochen, fast nie auf das Thema Kriminalität.“
Oftmals muss der Bürgernahe Beamte die Beschwerdeführer auf andere Dienststellen verweisen wie etwa den Wegewart des Bezirksamts. Sich selbst sieht er als „Mischung aus Polizist und Sozialarbeiter“.
Beschweren sich Anwohner über Jugendliche, sucht er das Gespräch mit den Heranwachsenden und ist meist angenehm überrascht. Seine Erkenntnis: „Die Jugendlichen hier sind anders.“ Im Klartext: höflicher.
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