„Volksentscheid könnte Fremdenfeindlichkeit schüren“

Der Oppositionspolitiker Uwe Szczesny im Interview zur Flüchtlingssituation in Rissen. (Foto: cv)

CDU-Politiker Uwe Szczesny im Interview zum internationalen Quartier an der Suurheid

Rissen - Die Hamburger CDU unterstützt die Forderung der Bürgerinitiativen,  auf große Flüchtlingsunterkünfte zu verzichten. In Rissen wird um Details gestritten. Wie verhält sich die CDU vor Ort? Ein Interview mit Uwe Szczesny, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Altona. Er ist außerdem Mitglied des Kreisvorstandes der CDU-Altona, des Landesausschusses und Ortsvorsitzender der CDU Rissen.

Die örtliche Bürgerinitiative bemängelt, das Gebiet sei zu dicht bebaut. Wie sehen Sie das?
Szczesny: „Vorgesehen sind durch Beschluss der Bezirksversammlung Altona 413 Wohnungen für Flüchtlinge und 160 Wohnungen für Einheimische. Damit werden die dort zugelassene Größe der Wohnungsbauflächen und die Anzahl der Wohneinheiten deutlich überschritten. Das war keine gute Entscheidung. “

Wann kommt die Brücke über die Bahn für den Autoverkehr?
Szczesny: „Die deutsche Bahn hat gesagt, dass Baumaßnahmen zur Erschließung des neuen Siedlungsgebietes nicht vor 2020 dran sind.“

Die Bürgerinitiative bemängelt, dass die Integration nicht klappen könne, da im internationalen Quartier zukünftig im Verhältnis zu den Flüchtlingen zu wenig Einheimische wohnen werden. Wie sehen Sie das?
Szczesny: „In den Flüchtlingswohnungen werden je fünf Personen untergebracht, während man in den Wohnungen für Einheimische mit einer Belegung von nur 2,7 Personen je Wohnung rechnet. Da denke ich wie die Bürgerinitiative: Das kann nicht klappen. Meines Erachtens kann Integration hier nur gelingen, wenn in der neuen Siedlung höchstens ein Drittel der Bewohner Flüchtlinge sind.
Wenn darüber hinaus die Siedlung nicht so dicht bebaut wird, wie im Moment noch geplant, dann könnte es funktionieren.“

Die Bürgerinitiative will einen Volksentscheid. Wie stehen Sie dazu?

Szczesny: „Ich wünsche mir eine zügige Einigung zwischen Bürgerinitiative und Politik, damit es nicht zu diesem Volksentscheid kommt. Ich befürchte nämlich, dass er eine latente Fremdenfeindlichkeit in unserer Stadt schüren könnte.“

Rechnen Sie mit weniger Flüchtlingen in diesem Jahr?
Szczesny: „Ja, wenn die von der Bundesregierung initiierten Maßnahmen zu den erwünschten Ergebnissen führen.“
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