Verschollene Luruperin wird für tot erklärt

Wenn sich bis dahin keine neuen Hinweise ergeben, wird die im Januar letzten Jahres verschollene Mahwasch Afghannawis am 4. September für tot erklärt. (Foto: pr)

Ihr Mann gestand, sie getötet zu haben, aber ihr Leichnam blieb bis heute verschwunden

- Christiane Handke, Lurup - Ein geheimnisvoller Kriminalfall findet in diesen Tagen sein vorläufiges Ende.
Im Januar 2012 morgens gegen 3 Uhr verschwand die 42-jährige Luruperin Mahwash Afgannawis, Pächterin eines Eppendorfer Backshops. Ihr Mann Rassul gestand, seine von ihm getrennt lebende Frau getötet und zerstückelt zu haben. Die Polizei äußerte damals an seiner Aussage große Zweifel, hieß es in den Medien. So, wie der Mann die Tat geschildert habe, habe sie nicht passieren können. Doch bevor weiterermittelt werden konnte, brachte der 53-Jährige sich Ende April 2012 im Untersuchungsgefängnis um. Die Leiche seiner Frau ist nie aufgetaucht.
Mahwasch Afghannawis hatte in Lurup gewohnt, ihr Mann und die drei Sohne lebten im Immenbusch am Osdorfer Born. Dort soll die Frau die letzte Nacht zugebracht haben – allerdings stand ihr Auto am Morgen ihres Verschwindens vor ihrer Wohnung im Lüdersring.
Jetzt wurde der bürokratische Prozess in Gang gesetzt, an dessen Ende Mahwasch Afghannawis für tot erklärt werden wird. Rechtsanwalt Peter Rohrmoser, vom Gericht als Abwesenheitspfleger für die Verschollene eingesetzt, beantragt in einer Aufgebots-Meldung, „die seit dem 26.01.2012 verschollene Mahwasch Afghannawis geb. Fakhre, geb. am 18.04.1969 in Mazar-i Scharif (Afghanistan) zuletzt wohnhaft Lüdersring 125, für tot zu erklären und den Todeszeitpunkt auf dem 26. 1. 2012 festzulegen. Die Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens an dem auf Mittwoch, 4. 9.2013 vormittags um 9.30 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht Max-Brauer-Allee 91, Zimmer 132, anberaumten Aufgebotstermin zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird.“ Gleichzeitig werden alle, die zu dem Fall Auskunft geben können, aufgefordert, spätestens zu diesem Termin bei Gericht zu erscheinen und eine Aussage zu machen.
Die Polizei hat die Akte zugeklappt. Ulrike Sweden von der Polizeipressestelle: „Nach dem Suizid des Tatverdächtigen sind die Ermittlungen abgeschlossen. Sollte es neue Hinweise nach dem Verbleib der Frau geben, wird diesen nachgegangen. Es gibt aber zur Zeit keine neuen Hinweise.“
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