Übers Wasser gehen und radeln

So stellt sich Architekt Christian Hajda den neuen Strandweg am Ufer vor. Grafik: Hajda

Strandweg: Christian Hajda schlägt Ebstrandpromenade vor

Karin Istel, Oevelgönne

Wenn es so viel Streit um einen Weg über den Strand gibt, warum dann nicht den Weg ans Ufer verlagern? „So lässt man den Strand in seiner ganzen Breite und hat doch einen Weg“, sagt Christian Hajda. Jetzt legte er Entwürfe für ein Stelzenpier und einen Weg auf Pontons vor. „Warum dem Strand Platz nehmen und nicht dazugeben?“, fragt Hajda. Seine Vorstellung: „Eine Elbstrandpromenade. Ihr Großteil würde über dem Stein-ufer liegen, das ja sowieso keiner nutzt“, erklärt Hajda. „Auf der ungefähr sechs Meter breiten Promenade könnte sowohl ein verlangsamter Radverkehr stattfinden, und Fußgänger oder Rollstuhlfahrer könnten sie ebenfalls problemlos nutzen.“
Zwei Varianten kann sich der Architekt für den Holzweg vorstellen: ein Pier auf Stelzen oder ein Weg auf schwimmenden Pontons. „Bei der Lösung mit dem Pier denke ich beispielsweise an Brighton. Doch statt wie dort ins Wasser hinein, würde der Pier hier parallel zum Wasser verlaufen“, sagt Hajda. Beide seiner Lösungen wären unabhängig von der Tide: Der Pier stünde auf Pfählen, die Schwimmpontons würden sich mit der Höhe des Wassers mitbewegen.
Was passiert mit der Strandperle und dem Ahoi-Kiosk? „Vor den beiden Gastronomiebetrieben könnte man die Promenade verbreitern und so Sitzplätze schaffen. Das würde zur Aufenthaltsqualität beitragen. Diese zusätzlich Fläche mit Aussichtspunkt wäre sowohl bei Ebbe als auch bei Flut nutzbar“, sagt Hajda. „Die beiden Betriebe könnten nach unten ziehen oder dort zusätzlich Gastronomie anbieten.“
Doch die Promenade hätte zwei Nachteile: Zum einen könnten die Strandbesucher erst westlich der Plattform an die Elbe kommen. Zum anderen wäre dieser Weg in jedem Fall teurer als die zwei Millionen Euro, die bislang für den geplanten Weg über den Strand veranschlagt wurden.


Rückblick
Die rot-grüne Mehrheit in der Bezirksversammlung (BV) beschloss zu Jahresbeginn, einen 900 Meter langen Weg über den Strand für zwei Millionen Euro zu bauen. Es bildeten sich kurz hintereinander zwei Bürgerinitiativen: „Elbstrandweg für alle!“ wollte den Weg, „Elbstrand retten!“ lehnte ihn ab und sammelte 13.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Die Mehrheit in der BV entschied kurz vor der Sommerpause, beide Begehren zum Bürgerentscheid zuzulassen. Am 15. September werden die Einwohner des Bezirkes Altona über den Bau des Strandweges entscheiden. KI
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