U5 Nord oder S32 Süd?

Zwei Möglichkeiten bleiben übrig: Der Senat lässt die nördliche U-Bahn-Trasse (blau gestrichelt) vom Siemersplatz über Stellingen in den Osdorfer Born und die S32 von Diebsteich über Bahrenfeld (grün gestrichelt) prüfen. grafik: hochbahn

Bahn in den Westen: Bürgerschaft lässt zwei Strecken untersuchen

Carsten Vitt, Hamburg-West

Die beiden möglichen Routen für eine neue Bahn in Hamburgs Westen stehen fest: Der Osdorfer Born und Lurup sollen entweder über eine Nordtrasse der U5 oder über eine Südtrasse der S32 ans Schienennetz angebunden werden (das Elbe Wochenblatt berichtete). Ende voriger Woche stellte die Verkehrsbehörde Fachpolitikern in der Bürgerschaft die beiden Favoriten aus den bisher sieben möglichen Varianten vor.
Die nördliche U-Bahnroute würde von Lokstedt aus über Stellingen und die Arenen nach Lurup und in den Osdorfer Born führen. Die südliche S-Bahnstrecke verliefe vom neuen Fernbahnhof Diebsteich über Bahrenfeld und Lurup in den Born. Beide Strecken sollen nun detailliert untersucht werden. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie werden Vor- und Nachteile analysiert.
Altonas CDU und die Verkehrsinitiative Starten: Bahn West halten die S-Bahntrasse für sinnvoller, da so außer dem seit Jahrzehnten abgehängten Born unter anderem neue Wohngebiete in Bahrenfeld erschlossen werden. Zudem gehe der Bau schneller, da die neue Linie an das bestehende S-Bahn-Netz im Westen angeschlossen werden könnte.
Die Altonaer SPD hält sich wie die Bürgerschaftsfraktion mit Favoriten bisher zurück. Verkehrspolitikerin Martina Koeppen (SPD):  „Nun werden wir die Ergebnisse abwarten und dann entscheiden, welche Linienführung den größeren Nutzen hat. Eine vorgelagerte Diskussion, ob verkehrliche oder städtebauliche Aspekte höher zu bewerten sind, ist im Moment nicht zielführend. Ein entscheidender Punkt wird die Mitfinanzierung durch den Bund sein.“ Klar ist: Das Milliardenprojekt kann Hamburg nur mit Hilfe aus Berlin stemmen. Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen laut Verkehrsbehörde erst 2019 vorliegen.
Die CDU kritisiert die verzögerte Planung: Anders als im rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbart beginne der Bau im Westen etwa sechs Jahre später als im Osten. Zudem sei die Kosten- und Finanzierungsfrage völlig offen.

BAHNPLÄNE
Länge der geplanten Linie U5: Etwa 30 Kilometer
Kosten (geschätzt):
2,4 bis 3,6 Milliarden Euro
Baubeginn: Etwa 2020 in Bramfeld/Steilshoop
Bauzeit (gesamt):
15 bis 20 Jahre

Variante U5 Nord: Lokstedt, Stellingen, Arenen, Lurup, Osdorfer Born

Variante S32 Süd: Fernbahnhof Diebsteich, Bahrenfeld/Volkspark, Lurup, Osdorfer Born

Die Machbarkeitsstudie soll die Entscheidung für eine Trasse vorbereiten. Untersucht wird auch die Anbindung von Schenefeld.
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1 Kommentar
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Erich Jungnickel aus Altona | 04.03.2017 | 00:29  
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