Suurheid: nur noch 500 Flüchtlinge

Damit die Integration gelingt: Flüchtlinge bitte überall verteilen, aber nicht geballt in wenigen Vierteln Hamburgs. Dafür demonstrierten die Bürgerinitiativen schon im Frühjahr. Jetzt konnten sie sich gegen die geplanten Großunterkünfte durchsetzen. (Foto: joto)

Bürgervertrag geschlossen – er sieht auch eine neue Brücke über die Bahnschienen vor

Rissen - Jetzt ist er in trockenen Tüchern: der sogenannte Bürgervertrag. Die Regierungsparteien von SPD und Grünen haben sich mit der Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“, zu der auch die VIN-Rissen gehört, über die Unterbringung von Flüchtlingen geeinigt. Dadurch vermeidet der Senat einen Volksentscheid zur Flüchtlingspolitik.
Der zentrale Element ist die sogenannte „3x300 Formel“: Bis Ende des Jahres 2019 sollen Unterkünfte im Durchschnitt höchstens 300 Plätze haben. Alle neu geplanten Unterkünfte werden auf höchstens 300 Plätze ausgelegt. Über ganz Hamburg – möglichst gerecht verteilt – kann es bis zu 300 Unterkünfte geben. Dieses Verhandlungsergebnis wird als „atmender Kompromis“ bezeichnet: Auch, wenn mehr Flüchtlinge als derzeit nach Hamburg kommen, soll die Vereinbarung zwischen Senat und Bürgerinitiativen funktionieren.
In Rissen gibt es noch keine Flüchtlingsunterkunft. Doch auf dem Gelände Suurheid sollen Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden. Im unmittelbar angrenzenden Sülldorf gibt es bereits seit fast 20 Jahren die Folgeunterkunft Sieversstücken I und II. Hier können maximal 700 Menschen leben. Suurheid und Sieverstücken werden als ein Gebiet betrachtet, als ein Sozialraum.
Im Vertrag wurde für ihn vereinbart: 
• Am Standort Suurheid sollen nicht mehr 2.000 Flüchtlinge untergebracht werden, sondern nur noch 400 bis 500. Bis Ende 2019 werden hier nur noch 300 Geflüchtete untergebracht sein. • Sieversstücken wird wird bis spätestens Ende 2022 zurückgebaut.
• Bei der Suurheid wird es eine neue Brücke über die S-Bahnschienen geben. Dafür werden in etwa 15 Millionen Euro veranschlagt.
• Bis zum ersatzlosen Abriss von Sieversstücken I wird für die Suurheid und Sieversstücken ein Stadtteilmanagement geben. Es wird von Pro Quartier übernommen.
• Im Gebiet sollen die Angebote an Schulen sowie für die medizinische Versorgung, Kinderbetreuung, Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche als auch die Angebote an Aus-, Weiter- und Fortbildung ausgebaut werden.
• Rund um die Unterkünfte soll die Polizei als Ansprechpartner stärker präsent sein.
• Die S-Bahn soll zukünftig mit Langzügen in den Westen fahren.
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