Superlösung oder Eurograb?

Dicht bevölkert: der Spazierweg in Oevelgönne entlang der ehemaligen Lotsenhäuser. Foto: borkowski

Oevelgönne: Der geplante Radweg am Strand
zur Entlastung des Spazierweges erhitzt die Gemüter

Karin Istel, Blankenese

Es ist nur 900 Meter lang, verläuft entlang des Elbstrandes und ist umstritten: der neue Radweg. Er den oft dicht bevölkerten Spazierweg entlang der Lotsenhäuser von Radfahrern „befreien“. Doch die Meinungen über den neuen Strandweg sind geteilt.

Was soll gemacht werden?
Geplant ist er schon seit der Jahrtausendwende: Ein 900 Meter langer Weg parallel zum Ufer. Er soll knapp sechs Meter breit werden und entlang der Grundstücksgrenzen von den Lotsenhäusern führen. „Die Grundstücke ragen bis zu 15 Meter in den Strand hinein“, so der Sprecher des Bezirksamtes, Martin Roehl.
Vor den beiden Lokalen am Elbstrand soll der Weg schmaler und ein wenig verschwenkt werden.
Gibt es da nicht schon einen Weg am Ufer?
Nein. „Die Granitsteine schützen das Ufer. Sie sind kein offizieller Fußweg“, so Roehl.
Wie teuer ist der neue Weg?
Wahrscheinlich 1,9 Millionen Euro. Ursprünglich war eine Million Euro an Baukosten veranschlagt. Die Steigerung bringt die FDP auf die Palme: „Keine schlechte Verzinsung!“, wettert Lorenz Flemming. Er ist der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung. Man müsse die Preissteigerung beachten, hält Roehl dagegen.
Warum ist der Weg nötig?
Er ist das noch fehlende Teilstück des Elbe-Radweges. Bislang nutzen Radfahrer zwei Meter breiten Fußweg entlang der Lotsenhäuser. Dort sollen sie zwar absteigen und schieben, aber kaum ein Radfahrer hält sich daran. Und die Strecke auf der Elbchaussee radeln will auch keiner.
Auf dem neuen Strandweg könnten Radfahrer Gas geben. Theoretisch. Denn: „Auch Fußgänger sollen einen Teil des neuen Weges nutzen können“, so Roehl.
Wo sind die Probleme?
Der Allgemeinde Deutsche Fahrrad Club (ADFC) begrüßt den neuen Weg. „Der Radweg wird eine Verbesserung für Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Anwohner bringen“, so Stefanie Miczka.
Doch „was passiert, wenn bei schönstem Wetter der Elbstrand überfüllt ist? Da könnte es auch für einen Radfahrer kaum eine Chance geben, dort ohne eventuelle Zusammenstöße mit Fußgängern und spielenden Kindern zum Café Strandperle fahren zu können“, sagt Michael Borkowski.
Außerdem wird der Weg wahrscheinlich ein Euro-Grab an Reinigungskosten: Nach einer Flut wird er häufig mit Sand und Unrat bedeckt werden. Dann muss er sauber gemacht werden – und zwar regelmäßig.
Es ist derzeit noch nicht entschieden, ob der Radweg überhaupt gebaut wird. Falls ja, ist für den Inhaber der Strandperle klar: „Ein einmaliger Ort für Hamburg wird kaputt gemacht“, so Jens Fintelmann.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.