Stopp für Raser!

Kristopher Sell gehört zu den Gründern der Bürgerinitiative TKW 30, die eine Verkehrsberuhigung für den Tinsdaler Kirchenweg fordert. Foto: rs

Tinsdaler Kirchenweg: Behörde lehnt Verkehrsberuhigung ab

Von Reinhard Schwarz. Das hier ist eine Rennstrecke, vor allem im Feierabendverkehr“, sagt Renate Fischer, langjährige Anwohnerin im Tinsdaler Heideweg. Schon nähert sich wieder ein Pkw im Eiltempo, gleich darauf folgt der nächste. Es ist Feierabendzeit, Rushhour: Die schmale Straße gilt als Schleichweg, um zügig von Wedel nach Hamburg zu kommen - und umgekehrt. Den Anwohnern stinkt das seit Langem.
Was sagen die Anwohner?
„Wir bringen unseren siebenjährigen Sohn mit dem Auto zur Schule Iserbarg, weil der Tinsdaler Kirchenweg einfach zu gefährlich ist“, sagt Svenja von Grote. Zu den besorgten Eltern gehört auch Kristopher Sell, dessen fünfjährige Tochter demnächst in die Grundschule Iserbarg kommt. Zusammen mit anderen Anwohnern hat Sell die Initiative TKW 30 gegründet.
Was fordert die Ini TKW 30?
Sell: „Wir fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern, Aufpflasterungen, um die Autofahrer zur Geschwindigkeitsreduzierung zu veranlassen, sowie sogenannte Sprunginseln in der Fahrbahnmitte für die Fußgänger.“
Was sagt die zuständige
Behörde?
Maßgebend ist die Wirtschaftsbehörde, die eine Verkehrsberuhigung ablehnt. In einer Antwort heißt es lapidar: „Die Einführung einer Tempo-30-Zone wurde abgelehnt. Gründe hierfür sind der Buslinienbetrieb (Linie 189) und die Sammelstraßenfunktion (des Tinsdaler Kirchenwegs) für das übrige Wohngebiet.“
Was sagt die Kommunalpolitik?
Die Altoner Bezirkspolitik unterstützt die Forderungen der Anwohner. Henrik Strate (SPD): „Ich halte den schmalen, einseitigen Gehweg für unverträglich mit Tempo 50 und einer Buslinie. Um mehr Sicherheit, gerade für Kinder, zu erreichen, ist Tempo 30 auf dem Tinsdaler Kirchenweg daher die richtige Lösung.“
Tim Schmuckall (CDU): „Wir fordern, dass endlich eine Ortsumgehung Rissen gebaut wird – aber die Hamburger SPD lehnt das ab. Darüber hinaus fordern wir ein überregionales Verkehrskonzept für die Region.“
Das sagen die Anwohner:
Der Tinsdaler Kirchenweg soll „erstmalig endgültig hergestellt“ werden - so die Behördenformulierung. Gemeint ist damit, dass unter anderem eine reguläre Straßenentwässerung sowie eine befestigte Fahrbahnbegrenzung gebaut werden sollen. Die Kosten werden den Anwohnern zu 90 Prozent auferlegt, entsprechend der Grundstücksgröße. Weil die Anwohner in so hohem Maße finanziell an der Herstellung der Straße beteiligt werden, fordert die Initiative TKW 30 ein Mitspracherecht bei der Umgestaltung.
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