Sie testen Radwege deutschlandweit

Die Sachen sind gepackt – es kann losgehen: Die Zwölftklässler der STS Rissen mit ihren Begleitern Claas Grot und Nele Kaestner (li.) sowie Lisa Ponath (2. v. re.). Jeweils zwei Lehrer sind unterwegs immer als Betreuer dabei. (Foto: cvs)

Rissener Schüler wollen 1.000 Kilometer per Drahtesel zurücklegen, um Tipps für ein Radkonzept in Hamburg zu sammeln

Chr. v. Savigny, Rissen – Sie radeln mit dem Ziel, Hamburgs Straßen fahrradfreundlicher zu machen: 16 Schüler der Stadtteilschule (STS) Rissen sind am vergangenen Freitag zu einer knapp vierwöchigen Radtour durch Deutschland und die Niederlande aufgebrochen. Unterwegs wollen die Zwölftklässler der Profilklasse „Leben in Hamburg – nachhaltige Ideen für unsere Stadt“ Anregungen für ein Fahrradverkehrskonzept im Hamburger Westen sammeln.
Die Routenplanung der insgesamt etwa 1.000 Kilometer langen Tour – ebenso die Organisation der Mahlzeiten und der Übernachtungen – wird komplett von den jugendlichen Teilnehmern selbst übernommen. Begleitet werden sie von zwei Lehrern. Für Claas Grot, STS-Leiter und Initiator der Reise, ist es bereits die sechste Schüler-Lehrer-Radtour, die er in den vergangenen 13 Jahren unternommen hat. Grot will Teamgeist und Selbständigkeit stärken. „Die Schüler sollen lernen, wie man Radwege plant und bei welchen Stellen man sich dafür einsetzt“, sagt er.

Die Route führt auch in die Niederlande

Die Route der Rissener Radlergruppe führt zunächst in die deutsche Fahrradstadt schlechthin – nach Münster. Dort ist unter anderem ein Treffen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) anberaumt. Eine Woche später steht Amsterdam auf dem Reiseprogramm. Die Schüler sprechen mit den „Zukunftsforschern“ (Stadtplanern) der örtlichen Uni und besuchen interessante Seminare.
Zu guter Letzt folgt mit der Etappe nach Mannheim (500 Kilometer) der weitaus anstrengendste Streckenabschnitt. Die Stadt, in der vor knapp 200 Jahren Karl Drais das Fahrrad erfand, hat sich ein ehrgeiziges Radverkehrsprogramm auferlegt – allein bis 2018 werden 18 Millionen Euro investiert.
Mit vielen neuen Erkenntnissen im Gepäck wollen die Rissener Schüler Ende September in die Heimat zurückkehren. Im Anschluss ist als erstes ein Gespräch mit Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer geplant.
Dass bislang kaum einer der Schüler über Radreiseerfahrung verfügt, tut der allgemeinen Vorfreude keinen Abbruch. Caroline (17) hat vor vier Jahren immerhin schon an einer von Claas Grot organisierten Radreise nach Köln teilgenommen. Ihre Erfahrungen sind durchweg positiv: „Eines unserer Ziele war ja, dass der Klassenverband zusammenwächst“, sagt sie. „Und das ist auch echt gelungen!“
In den folgenden Ausgaben wird das Elbe-Wochenblatt regelmäßig über die Fortschritte der Rissener Radler berichten. Nächstes Mal: Eindrücke aus der Fahrradstadt Münster.
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