Schwerhörige machen Hörspiel

Für das Hörspiel müssen sich Linus, Ludmila und Ilayda (v.l.) vorstellen, sie seien in einer Tropfsteinhöhle gefangen. Jetzt müssen die beiden Mädchen vor Angst schreien. Gar nicht so leicht, wenn man ein Mikro vor sich hat. (Foto: tischler)

Elbschüler nehmen „Ausflug ins Grauen“mit dem NDR auf

Markus Tischler, Othmarschen – Die beiden zwölf Jahren alten Mädchen Ilayda und Ludmila und der zehnjährige Linus stellen sich vor, sie seien in einer Tropfsteinhöhle gefangen und haben furchtbare Angst. Dazu gehört für das Trio ganz schön viel Fantasie, denn die Drei sitzen sicher und geborgen in der Elbschule. Sie gehören zu den 21 Schülern, die am Unterrichtsprojekt des NDR „Hörspiel in der Schule“ teilnehmen und das Stück „Ausflug ins Grauen – Kein Hörspiel für Weicheier“ aufnehmen. Das Besondere: Die Darsteller sind hörgeschädigt.
Aber ein Hörspiel aufnehmen mit schwerhörigen Kindern, wie soll das gehen? „Die beiden Klassen sind lautsprachlich sehr fit“, sagt Theaterpädagogin Susanne Todt, die sich um die Organisation und die Koordination mit dem NDR kümmert. Zudem tragen die Kinder in den Ohren elektroakustische Hilfsmittel wie beispielsweise Cochlea-Implantate.

Das Hörspiel ist in der
Mediathek des NDR abrufbar


Für Jantje Fischhold, Mitarbeiterin beim NDR-Kinderradio Mikado, ist es deshalb auch nicht so schwer, mit Ilayda, Ludmila und Linus die Tropfsteinhöhlen-Szene einzuspielen. „Natürlich ist es eine Herausforderung. Ich hatte vorher etwas Angst, dass ich nicht zu verstehen bin“, sagt Fischhold in einer Pause.
Typische Geräusche wie das Platschen von Tropfen auf Stein oder eine quietschende Tür werden später dazu gemischt. Und auch nicht alle Figuren in dem Stück werden von den Kindern gesprochen. So leiht eine professionelle Sprecherin der Person von Mrs. Wicked ihre Stimme.
Verantwortlich für den Ausflug in die Welt des Hörspiels ist Lehrerin Christiane Albrecht. „Wir haben uns damals auf den letzten Drücker beim NDR beworben“, erzählt sie. Insgesamt 716 Schulen aus Norddeutschland wollten bei der zweiten Auflage des auf zwei Jahre angelegten Projektes „Hörspiel in der Schule“ mitmachen, 100 Schulen wurden ausgelost, darunter auch die Elbschule. „Hey, wir haben ein Hörspiel gewonnen“, habe sie damals spontan gesagt, als sie von der Entscheidung erfahren habe, erinnert sich Albrecht.
Geschnitten und fertiggestellt wurde das rund zehnminütige Stück noch am selben Tag, damit die Kinder es gemeinsam hören konnten. Jetzt kann das Hörspiel in der NDR-Mediathek aufgerufen werden.
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