Schulfrei dank Prince

In keiner anderen deutschen Stadt ist Prince häufiger als in Hamburg aufgetreten. Allein sechs Mal spielte der Musiker in der Alsterdorfer Sporthalle, so auch an seinem 32. Geburtstag am 7. Juni 1990.

Als der Weltstar 1988 zwei Abende am Millerntor spielte, feierte der Stadtteil seine bislang lauteste Party

Im Wirtschaftsgymnasium St. Pauli gab es zu Beginn des Soundchecks „lärmfrei“: Schulleiter Jürgen Barthel musste seine Schüler vorzeitig nach Hause schicken, weil ein Unterricht nicht mehr möglich war. Die beiden Konzerte, die Prince im August 1988 im Millerntor-Stadion gab, sind im Stadtteil nicht zuletzt wegen ihrer Lautstärke unvergessen. Zahlreiche Beschwerden über den Lärm der riesigen Lautsprecheranlage, die von der Budapester Straße in Richtung Norden fast die gesamte Stadt beschallte, wurden am „Sorgentelefon“ der Polizei aufgenommen.

Clubkonzert vor 400 Fans, Hysterie auf dem Plaza-Dach

Das Gastspiel des Weltstars löste bei den Prince-Fans, die keine der insgesamt 40.000-Karten bekommen hatten, Erfindungsreichtum aus. Sie kletterten auf das Dach des damaligen Plaza-Kaufhauses, um in den Innenraum des Stadions schauen zu können.
Anwohner im Karoviertel feierten derweil eine Straßenparty, einer von ihnen sagte einem NDR-Reporter im Fernsehen: „Ich fand das wunderbar. Endlich eine Stimmung wie in New York. In den Straßen wurde getanzt.“
Bezirksamtsleiter Hubert Jungesblut (SPD) hatte nicht mitgefeiert. Er kündigte an, dass es nie wieder Open-Air-Konzerte am Millerntor geben werde. Nachdem einige Wochen zuvor die Tribüne im Volksparkstadion unter dem rhythmischen Stampfen der Michael-Jackson Fans erheblich gelitten hatte, fiel damit das zweite Stadion der Stadt für Konzerte aus.
Am Millerntor stand Prince auf der damals größten transportablen Bühne Europas, beim anschließenden Clubkonzert nachts um halb drei trat er dann vor 400 Fans in der Großen Freiheit 36 auf. Er spielte dabei einige Takte von „Bad“, dem Song seines großen Rivalen Michael Jackson, denn der nur 1,58 Meter große Mann aus Minneapolis war immer zur Selbstironie fähig.
Nach seinem letzten Auftritt in Hamburg im Oktober 2002 schaute Prince noch einmal auf dem Kiez vorbei. Im alten Mojo Club legte er gemeinsam mit Jazzmusiker Maceo Parker Platten auf. Zu dieser Aftershow-Party waren 135 Mitglieder seines Fanclubs eingeladen, die zuvor beim Konzert im CCH ganz vorne sitzen durften. Hinter den Plattentellern schien der DJ Spaß daran zu haben, mit seinen Fans eine Party zu feiern.
Der Soundcheck im CCH war zuvor sehr viel ruhiger als 1988 ausgefallen: Prince spielte im Bademantel und Badeschlappen auf der Gitarre einige Santana-Songs für seinen Fanclub.

Prince

In keiner anderen deutschen Stadt ist Prince Rogers Nelson (1958-2016) häufiger aufgetreten als in Hamburg. Zehn Konzerte waren es zwischen 1986 und 2002.
Einem Reporter des "Stern", der ihn auf ein Konzert in Hamburg ansprach, sagte er: "Gutes Publikum, die Deutschen verstehen etwas von Musik."
Das Konzert 1988 war zunächst am Parkplatz Braun im Volkspark geplant, wurde dann aber ans Millerntor verlegt. Allein sechs Mal spielte der Musiker in der Alsterdorfer Sporthalle, so auch an seinem 32. Geburtstag am 7. Juni 1990.
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