Schottische Highland-Games auf der Volksparkwiese

Schottische Highland-Games auf der Volksparkwiese

Grau-bleierne Wolken hingen den ganzen Tag düster über der Volksparkwiese; doch sie regneten woanders. Sie wussten wohl, dass am Freitag, 14. September, eine Riesen-Geburtstagsparty stattfand, und die trockene Festwiese war das Geburtstagsgeschenk von Petrus höchstpersönlich. Einsame Jogger drehten sich verwundert um wegen des bunten Treibens schon am Morgen, und wie immer nicht angeleinte Hunde hielten sich ängstlich an Frauchens Wade, als über 600 fröhliche Schüler und Eltern und Lehrer der August-Hermann-Francke-Schulen dort den 20. Schulgeburtstag feierten. Im August 1992 hatte es eine christliche Elterninitiative endlich geschafft, mit staatlicher Genehmigung eine Privatschule zu starten, und es ging los als Untermieter in den Gemeinde- und Jugendräumen verschiedener Bahrenfelder und Altonaer Kirchen. Längst hat man ein eigenes Schulgebäude, eine schicke umgebaute Villa, etwas versteckt in der Bahrenfelder Händelstraße nahe der S-Bahn Station. 20 Jahre später legte nun Lehrer Horst ein 15minütiges Schlagzeug-Solo hin, dass die Hörnchen aus den Eichen purzelten, Kunstlehrer B. portraitierte seine Schüler schöner als je am Montmartre, Väter rammten den schottischen Wackerstein über 7 Meter weit – und bekamen einen Kuss von ihrer Frau („ach, Du mein MacTarzan…“), Baumstämme wurden genauso in die Höhe geschmissen wie jubelnde Arme, als das eigene Tombola-Los den Hauptgewinn bedeutete. Beeindruckend auch, was die kleinen und jugendlichen „Superstars“ auf der Bühne zum Besten gaben, nicht nur mit Gedichten, Songs und Performances, sondern allein auch vom Mut her, sich vor so vielen Zuschauern auf die Bühne zu wagen. In „Klempaus Biergarten“ flossen Ketch-Up, Mayo und Cola in Strömen, aber auch der Schweiß der Pommes-Brater, denn die Schlange vorm Tresen riss niemals ab. Pünktlich zum Ende des Festes kam dann der Regen. Er musste aber nichts mehr gnädig wegschwemmen, denn aller Müll war aufgesammelt, alle Stecker gezogen, alle leeren Flaschen zurückgegeben und alle Spiele wieder eingepackt.
Durchgepustet und glücklich stiegen die Kleinen wieder in ihre Busse und die Großen in die S-Bahn, wischten sich den letzten roten Fleck von der Wange – „vom Schminkstand oder von der Currywurst?“ – und das Fest war vorbei. Schön war`s.
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