Schnell Platz für viele Schutzsuchende schaffen

Ein Spiegelbild des Flüchtlingselends: Der Zaun diente als Wäscheleine, weil es keinen anderen Platz zum Trocknen der Kleider gab. (Foto: put)

Osdorf: Im Ex-Max-Bahr-Baumarkt wurde eine Zentrale Erstaufnahme eingerichtet – Rissen wehrt sich gegen Großraumsiedlung

Elbvororte – Das zentrale Thema des Jahres sind die Schutzsuchenden, die vor den Kriegswirren nach Hamburg geflüchtet sind. Täglich kommen Hunderte von ihnen nach Hamburg, oft mit nur wenig mehr als den Sachen, die sie am Leib tragen.
Der ehemalige Max-Bahr-Baumarkt am Rugenbarg 103 wurde Anfang Oktober erst zu einer Notunterkunft, dann zur Zentralen Erstaufnahme (ZEA) umgebaut. Ausgestattet mit Trennwänden und Feldbetten war die Halle als erste Unterkunft für 800 Menschen gedacht. Bereits zwei Wochen später fanden hier schon 700 Menschen Schutz – und täglich kamen mehr.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Altona-Mitte betreibt die ZEA im Auftrag der Stadt. Die DRK-Mitarbeiter arbeiteten auf Hochtouren, um den vielen Flüchtenden ein Dach über dem Kopf zu geben. Ein Kindergarten für die Drei- bis Sechsjährigen wurde eingerichtet, die Schulbehörde entsandte Lehrer für die Beschulung und Sprachförderung der Älteren.
Das UKE übernahm vor Ort die ärztliche Versorgung, und die Hamburger Wasserwerke lieferten Trinkwasserzisternen. Ehrenamtliche aus Lurup und Osdorf setzen sich im „Helferkreis: refugees welcome“ für die Geflüchteten ein.
Doch der Platz in der ZEA wird knapp. „Täglich kommen Anfragen für neue Plätze“, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Theel, der bis zu vierzehn Stunden am Tag arbeitete. Weitere Wohn- und Sanitärcontainer wurden aufgebaut, Stockbetten bestellt.
Die Platznot ist groß. Es gibt nicht genügend Unterkünfte für die Flüchtlinge. Kurzerhand öffnet die Bundeswehr in Osdorf ihre Kaserne und stellt Wohnraum zur Verfügung.

Rissener Initiative protestiert gegen Großraumsiedlung

In Rissen ist das Thema Flüchtlinge hochaktuell. Zwischen dem Asklepios Westklinikum im Süden und dem Sportplatz im Norden, also zwischen Suurheid/Parsifalweg und Marschweg, sollten in Energie sparender Bauweise bis zu 800 geförderte Sozialwohnungen für bis zu 4.000 Schutzsuchende errichtet werden, die bis Ende 2016 fertig sein sollten. Sie sollten für 15 bis 30 Jahre gebunden sein, sowohl im Mietpreis als auch in der Belegung.
Doch dagegen wehrte sich die Bürgerinitiatve „Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit in Rissen“ (VIN Rissen). Sie befürchtete eine Großraumsiedlung mit Ghettobildung an der Suurheid.
Daraufhin machte das Bezirksamt Altona den Vorschlag, an der Suurheid 413 Wohnungen für Flüchtlinge und 160 für Hamburger Bürger zu bauen. Die weiteren 400 Wohnungen für Geflüchtete sollten an einem anderen Ort im Bezirk entstehen.
Doch die VIN Rissen lehnte den Vorschlag ab: Es seien zu viele Flüchtlinge, nämlich 2.500 an der Suurheid und 800 Flüchtlinge und Obdachlose im angrenzenden Gebiet Sieversstücken. Integration könne so nicht gelingen. Eine Einigung im Streit war bis Jahresende nicht in Sicht.
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