Rücksichtslose Radler

Baugerüst, abgestelltes Postfahrrad – alles egal! Der ältere Herr radelt unbeirrt auf dem Gehweg unter dem Baugerüst hindurch, gefährdet sich und Fußgänger. Sein rücksichtsloses Vorgehen hätte ihn bis zu 20 Euro Verwarnungsgeld kosten können. (Foto: pr)

Waitzstraße: Immer mehr Erwachsene fahren Rad auf dem Gehweg – das ist gefährlich und verboten

Gross Flottbek – Wer in der Waitzstraße als Fußgänger unterwegs ist, muss gute Nerven haben und schnell sein. Denn Erwachsene radeln zunehmend auf dem Gehweg und das teilweise noch richtig schnell. Da hilft manchmal nur ein beherzter Sprung zur Seite, um nicht umgefahren zu werden. Dürfen die da überhaupt lang radeln?
Die klare Antwort: Nein! „Erwachsene dürfen nicht auf den Gehwegen radfahren“, so Heike Uhde. Die Sprecherin der Hamburger Polizei fährt fort: „Das Radfahren auf den Gehwegen ist grundsätzlich untersagt.“ Doch Geschäftsleute wie Fußgänger beklagen sich, dass immer mehr erwachsene Radfahrer auf den Gehwegen unterwegs sind. Das Polizeikommisariat (PK) 25 kennt das Problem, hat aber keine Erkenntnisse, ob die Zahl der Radfahrer auf Gehwegen tatsächlich angestiegen ist oder es nur so wahrgenommen wird.
Für Rad fahrende Kinder gilt eine Ausnahme: Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg radeln. So sind die jüngsten Verkehrsteilnehmer am besten geschützt. Zwischen acht und zehn Jahren dürfen die Kinder sowohl auf dem Gehweg als auch auf der Straße fahren. Wer älter als zehn Jahre ist, muss den Radweg oder die Straße benutzen.
Fährt man trotzdem mit seinem Rad auf dem Gehweg und wird dabei erwischt, droht ein Verwarnungsgeld zwischen zehn und 20 Euro. Fährt man jemanden an, und die Person ist verletzt, liegt sogar eine Straftat vor.

Fußgänger müssen auch aufmerksam sein


Doch auch Fußgänger haben eine Mitverantwortung, wenn sie auf dem Gehwegen unterwegs sind. „Laut Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung sind sie gehalten, sich einen Überblick über das Verkehrsgeschehen zu verschaffen“, so Uhde. Auf Deutsch: Wer beispielsweise aus einem Geschäft kommt, sollte erst einmal nach rechts und links schauen, bevor er auf den Gehweg hinaustritt. Vielleicht kommen ja Rollstuhlfahrer, Kinder oder sogar ein Radfahrer entgegen.
Selbst, wenn man auf der Waitzstraße radelt, hat man keinen Freibrief. Die „Waitze“ ist nämlich eine Einbahnstraße. Wer auf seinem Rad entgegen der Fahrtrichtung unterwegs ist, ist ganz schnell 20 Euro los.
Doch für Radfahrer gibt es einen Hoffnungsschimmer am Horizont: Die Waitzstraße soll als Business Improvement District (BID) umgebaut und verbreitert werden. So wird derzeit darüber nachgedacht, die Einbahnstraßen-Regelung für Radler aufzuheben. Aber erst nach dem Umbau!
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