Rissener streiten um den Bau des neuen Aldis

Aldi-Vertreter Otto Eikenbusch verteidigt den neuen barrierefreien Markt an der Rissener Landstraße. Foto: pr

Anwohner rügen, dass der Bau des Discounters an Wohnungen gekoppelt ist

Thomas Pöhlsen, Rissen

Mit harten Bandagen stritten die mehr als 50 Teilnehmer bei einer Veranstaltung des örtlichen Bürgervereins um die Ansiedlung eines Aldi-Marktes an der Rissener Landstraße 252.
„Das glaube ich nicht“, hielt ein Bürger Aldi-Vertreter Otto Eikenbusch entgegen. Dieser hatte das 1.000-Artikel-Sortiment des Discounters mit den 30.000 bis 50.000 Artikeln eines Edeka-Marktes verglichen. Der Interessenvertreter kanzelte im Gegenzug einige Kritiker ab, sie würden „Fake News“ verbreiten. „Fakten bleiben Fakten“, betonte Eikenbusch.
„Aldi will Barrierefreiheit", sagte Otto Eikenbusch. Diese war bei dem alten Rissener Aldi-Markt nicht gegeben, und im Ortszentrum konnte keine passende Fläche gefunden werden, so Eikenbusch. Ältere Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind, sollten ausreichend Platz zwischen den Einkaufsregalen sowie breitere Parkplätze vorfinden.
Als Schwächung des Ortskerns wurde von vielen Bürgern der Umzug von Aldi an den Ortsrand kritisiert. „Negative Auswirkungen sind zu erwarten“, sagte Michael Kuhlmann von der Handelskammer. Besonders Händler mit einem Non-Food-Sortiment dürften unter den wöchentlich wechselnden Angeboten des Dis-counters leiden.
„Wer etwas Anderes als das kleine Sortiment bei Aldi will, fährt auch in Zukunft etwa zum Käsehändler oder Metzger in das Ortszentrum“, entgegnete Eikenbusch. Er verwies auf ein noch ausstehendes Gutachten, das die Auswirkungen des neuen Discounters auf die Kaufmannschaft im Zentrum beleuchten soll. Dazu schrieb Kuhlmann den Rissenern ins Stammbuch, dass sie mehr für die Entwicklung und die Außendarstellung ihres Ortskerns tun müssten.
Als Trick von Aldi, um die Genehmigung zu bekommen, geißelten Bürger die Koppelung des Supermarktes mit dem Bau von 14 Wohnungen auf dem Grundstück. Andere konnten nichts Verwerfliches an der Schaffung von Wohnraum angesichts des schwierigen Wohnungsmarktes in Hamburg finden. Von Rednern wurde das Vorhaben mit anderen Neubauprojekten in der näheren Umgebung des geplanten Marktes in Verbindung gebracht. Sie befürchten, dass sich die Verkehrssituation deutlich verschlechtern könnte.
Eikenbusch kündigte an, Aldi werde sich finanziell an einem Verkehrsgutachten beteiligen, das von dem Bezirksamt in Auftrag gegeben wird. „Das Gutachten werden wir uns ganz genau angucken“, versprach Claus W. Scheide, Erster Vorsitzender des Bürgervereins. „Ich verstehe die Diskussion nicht“, sagte zum Abschuss eine ältere Rissenerin. „Wir hatten Aldi, jetzt kommt Aldi wieder.“ Eine Nachbarin des geplanten Marktes entgegnete: „Das sehen Sie anders, wenn Ihnen eine Lärmschutzwand vier Meter plus vor die Nase gesetzt wird.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.