Randale an der Elbchaussee

Die kleine Gewerbepassage Höhe Elbchaussee 582/586 in Blankenese ist oft Schauplatz für lautstarke, nächtliche Randale. Rechts ist das Vordach zu sehen, auf das die angetrunkenen Jugendlichen kletterten und vor den Fenstern des Ehepaares randaliert (links). Foto: rs

Blankenese: Älteres Ehepaar klagt über nächtlichen Vandalismus

Von Reinhard Schwarz. Hilflos gegen Randale: Kürzlich stiegen Jugendliche einem älteren Ehepaar im wahrsten Sinne des Wortes aufs Dach. Heinz B. (77) möchte anonym bleiben, doch er will unbedingt die Geschichte erzählen, die ihm und seiner Frau kürzlich widerfuhr. Eine Gruppe 16- bis 17-Jähriger erklomm nachts das Vordach ihres Wohnhauses in der Elbchaussee 582. Die offensichtlich Angetrunkenen näherten sich dem Wohnzimmerfenster der Familie im ersten Stock des Hauses. „Wir hatten wirklich Angst“, sagt der 77-Jährige. Die herbeigerufene Polizei machte dem Spuk ein Ende, die Jugendlichen wurden festgenommen.
Vorher hatte die Gruppe in einem benachbarten Gewerbehof randaliert. Möglicherweise angefeuert vom Alkohol erstiegen einige der Jugendlichen das Vordach.
Das sei nicht die erste nächtliche Randale dieser Art, das gehe schon seit Monaten so, berichtet der Blankeneser. „Im Gewerbehof stand bis vor Kurzem noch eine lebensgroße Kapitänsfigur. Vier Mal wurde sie zerstört. Beine und Arme lagen abgetreten herum.“ Jedes Mal wurde die Figur wieder erneuert, dann verzichteten die Eigentümer auf eine Reparatur in Höhe von jeweils 300 bis 400 Euro. „Beim letzten Mal wurden zwei junge Leute festgenommen. Die waren beide betrunken.“
Wer nun meint, bei den nächtlichen Ruhestörern handele es sich um Jugendliche „von außerhalb“ irrt. „Die waren alle aus Blankenese und Umgebung, alle aus gutem Hause. Die treffen wir sogar manchmal tagsüber auf der Straße.“ Strafrechtliche Konsequenzen habe es für die Täter bisher nicht gegeben, empört sich B.: „Beim letzten Prozess im Januar vor dem Amtsgericht wurde das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt.“
Dass ihnen strafrechtlich offenbar nichts passieren kann, scheint inzwischen auch den Übeltätern bewusst zu sein. „Das zahlt unsere Haftpflicht, das Verfahren wird sowieso eingestellt“, soll einer von ihnen bei der Festnahme siegessicher gesagt haben.
Heinz B. will nicht lockerlassen: „Wir gehen jetzt zivilrechtlich gegen die Verursacher vor.“
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