Ortskern Blankenese: viele Wünsche, doch wenig Geld

Wenig Charme versprüht die als Parkplatz genutzte Marktfläche: Flanieren? Fehlanzeige. An vier Tagen in der Woche stehen hier die Händler mit ihren Ständen. Angedacht ist, hier wieder eine Verbindung zur nahegelegenen Kirche zu schaffen. Foto: rs

Neuer Vorstoß zur Umgestaltung des Marktplatzes –
neu gegründete Interessengemeinschaft will Quartiersmanager

Von Reinhard Schwarz. Es kommt wieder Bewegung in die festgefahrene Debatte um die Neugestaltung des Blankeneser Ortskerns. Zum einen liegen der Bezirksversammlung zwei unterschiedliche Anträge von FDP und Rot-Grün vor, die beide vor allem den Blankeneser Markplatz ins Visier nehmen. Zum anderen hat sich erneut eine Interessensgemeinschaft (IG) Blankenese zusammengefunden. Aktuelles Ziel der IG ist die Berufung eines Quartiersmanagers. Doch der kostet Geld.
„Unser Vorhaben wird von der Wirtschaftsbehörde mit 20.000 Euro jährlich unterstützt, vo-rausgesetzt die Kaufleute bringen dieselbe Summe aus Eigenmitteln auf“, erläutert Marc Böhle vom Bettenhaus Rumöller, 2. Vorsitzender der IG. Das sei geschehen, so Böhle. „Es besteht Aussicht auf Förderung im zweiten und dritten Jahr.“ Entsprechend müssten die Kaufleute jährlich 20.000 Euro aufbringen.
„Ein Quartiersmanager kann keine Wunder bewirken“, dämpft Böhle die hohen Erwartungen. Aber er könne beispielsweise mit Grundbesitzern sprechen, auf einen besseren Branchenmix hinwirken, Kontakte zum Bezirksamt und zur Handelskammer pflegen.
Auch auf politischer Ebene tut sich etwas. Unter der Überschrift „Ergebnisse des Moderationsverfahrens umsetzen“ soll zunächst die Situation am Marktplatz und am „Martini-Block“ mit seinen als Schandfleck empfundenen Wertstoffcontainer verbessert werden.
„Es geht im Wesentlichen darum, dabei den dörflichen Charakter des Blankeneser Ortskerns zu erhalten“, sagt Wolfgang Kaeser (SPD). Skepsis bei der Bezirks-Opposition. „Das ist ein bisschen Schaumschlägerei“, hält CDU-Sprecher Sven Hielscher dagegen: „Für die Umbaumaßnahmen fehlt uns das Geld.“ Die Kosten würden sich auf „mehrere hunderttausend Euro“ belaufen.
Wenig begeistert vom SPD-Vorstoß zeigt sich auch der grüne Koalitionspartner. „Das ist erstmal nur ein Antrag - dann kommt die Realität“, gibt Gesche Boehlich (Grüne) zu verstehen. Im Klartext: „Es gibt im Moment dringlichere Maßnahmen wie etwa die Straßeninstandhaltung.“
Mehr Flair für die Bahnhofstraße: Gerade mal knapp zwei Jahre ist es her, dass Blankeneser und Besucher von außerhalb über die Bahnhofstraße befragt wurden. Die Beratungsfirma Konsalt hatte anschließend eine 68 Seiten umfassende Broschüre mit Analysen und Vorschlägen erstellt. So gab es im September 2012 eine Konzeptwerkstatt und im November ein Abschlussforum. Alles bereits Makulator? Schon 2006/2007 hatte die damals Schwarz-Grüne Koalition im Bezirk ihre Pläne zur Umgestaltung von Marktplatz (mit Tiefgarage) und Bahnhofstraße (mit Kreisverkehr) angeregt - und stieß bei den Bürgern auf Ablehnung.
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