Operieren wie im Kino

Andreas Emmert und Thomas Carus (r.) am MIC-Turm: Auf den Monitoren wird das, was der Operateur sehen muss, dreidimensional dargestellt – also wie im Kino in 3D. Zu Testzwecken werden Kürbisse gezeigt. (Foto: pr)

Asklepios Westklinikum Hamburg: Neues Gerät gibt Operation in drei Dimensionen wieder  

Rissen - Seit September ist Thomas Carus neuer Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Asklepios Westklinikums Hamburg. Er baut dort ein Zentrum für minimalinvasive Chirurgie (MIC) auf, also für Operationen, die mit möglichst kleinen Eingriffen durchgeführt werden sollen. Jetzt kann der Experte für die so genannte „Schlüssellochchirurgie“ bei Operationen auch mit einem modernen, neu angeschafften Gerät arbeiten: dem so genannten MIC-Turm. Der Chirurg sieht das, was er gerade macht, in 3D – ähnlich wie im Kino.
Bei einer herkömmlichen Operation wird der Bauchraum aufgeschnitten. Der Operateur sieht das Gebiet in dem er arbeitet, dreidimensional. Bei der minimalinvasiven Chirurgie, beispielsweise zum Entfernen der Gallenblase, werden nur kleine Schnitte gemacht. Damit der Operierende sieht, was er tut, kommt eine kleine Kamera zum Einsatz. Das Operationsgebiet wird gefilmt und das Bild zeitgleich auf mindestens einen Monitor übertragen. Daher ist es meistens nur zweidimensional. Das ist ein Nachteil gegenüber der „normalen“ OP.
Damit ist jetzt Schluss: „Während 3-D in Kino und TV der Unterhaltung dienen, gleicht die dreidimensionale Darstellung bei der Schlüssellochchirurgie diesen Nachteil gegenüber der offenen Operation aus“, sagt Michael Schmitt, Geschäftsführer des Asklepios Westklinikums Hamburg.
„Der MIC-Turm bietet nicht nur eine bessere Sicht, eine Darstellung in 3-D und eine HD-Auflösung, sondern ist auch mit zwei Bildschirmen ausgestattet. Kein Chirurg muss sich mehr den Kopf verdrehen, um zu verfolgen, was er im Bauchraum gerade macht“, sagt Schmitt.
Thomas Carus ergänzt: „Die Patientensicherheit wird durch die ideale Sicht deutlich verbessert.“ Eine 3-D-Brille brauchen die Operateure – anders als die Zuschauer im Kino – dabei nicht zu tragen. Derzeit werden etwa 1.000 MIC-Eingriffe imWestklinikum durchgeführt. „Die Tendenz ist steigend“, so Carus.

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Westklinikum
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