Neues Zuhause im Baumarkt

Der Zaun dient als Wäscheleine: Weil es keinen anderen Platz gibt, werden hier Kleider zum Trocknen aufgehangen. (Foto: put)

Ex-Bahr-Gebäude: In der Zentralen Erstaufnahme leben bereits 700 Flüchtlinge

Nathalie Puttfarken, Osdorf - Über dem Zaun entlang des ehemaligen Max-Bahr-Geländes am Rugenbarg hängen bunte Kleidungsstücke wie an einer Wäscheleine. Auf dem Gelände, auf das man nur mit Besucherausweis gelangt, ist viel los. Es wird Ball gespielt, Handwerker werkeln am großen gelben Betongebäude, Sicherheits- und DRK-Personal sind vor Ort. Hier ist seit zwei Wochen eine neue Zentrale Erstaufnahme (ZEA) für Flüchtlinge eingerichtet.

Wie die Flüchtlinge hier ihren Alltag erleben, das ist nicht zu erfahren. Kaum jemand spricht Englisch oder Französisch. Man muss sich auf die Aussagen der offiziellen Kräfte verlassen.
700 Flüchtlinge sind hier schon untergebracht, obwohl noch alte Kabel aus der Decke hängen und Telefon, Internet-, und Wasserleitungen nicht funktionieren – und es werden täglich mehr. „Wir müssen hier in kürzester Zeit die Infrastruktur eines mittleren Unternehmens hochziehen“, so Jörg Theel, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Altona-Mitte. Es betreibt die ZEA im Auftrag der Stadt. „Wir stellen gerade um die 50 Mitarbeiter ein.“ Benötigt werden Sozialarbeiter, Mitarbeiter im Verwaltungs- und Belegmanagement, Sicherheitsdienst, Catering, Reinigungsdienst, Dolmetscher und Erzieher.

Flüchtlinge schlafen auf
Luftmatratzen


Es wird ein Kindergarten für die Drei- bis Sechsjährigen eingerichtet, die Schulbehörde entsendet Lehrer für die Beschulung und Sprachförderung der Älteren. Das UKE übernimmt vor Ort die ärztliche Versorgung, und die Hamburger Wasserwerke liefern Trinkwasserzisternen. „Täglich kommen Anfragen für neue Plätze“, sagt Jörg Theel, der zur Zeit bis zu vierzehn Stunden am Tag arbeitet. Die Plätze werden dringend gebraucht. „Wir werden weitere Wohn- und Sanitärcontainer aufbauen, und Stockbetten sind schon bestellt.“ Denn noch schlafen die Flüchtlinge auf Feldbetten oder Luftmatratzen.
Die Aufgaben, die die DRK-Mitarbeiter zu bewältigen haben, sind vielfältig:  Neuankömmlinge werden zum Gesundheitscheck begleitet, Bezugsscheine für die fußläufig erreichbare Kleiderkammer am Osdorfer Born ausgeteilt. Für eine Fahrt mit dem HVV werden beantragte Tageskarten ausgestellt. Asylanträge werden vor Ort mit Hilfe von Mitarbeitern der Ausländerbehörde ausgefüllt. Und vor allem: Deutschkurse werden angeboten.

Kontakt für ehrenamtliche Helfer
Tel. 89 08 11 30
mithelfen@drk-altona-mitte.de
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