Nach 23 Jahren ist Schluss

Reinhold Kemm von Foto Köhler geht zum Jahresende in den Ruhestand und sucht einen Nachfolger. Auch für das Elbe Wochenblatt hat Foto Köhler einige Jahre jeden Montag Negativfilme entwickelt und daraus Abzüge hergestellt. Foto: rs

Reinhold Kemm von Foto Köhler hört zum Jahresende auf. Der Ottensener sucht noch einen Nachfolger

Von Reinhard Schwarz Von den Kindern, die er fotografiert hat, macht er inzwischen Bewerbungsfotos: Zum Jahresende geht Reinhold Kemm von Foto Köhler in den Ruhestand. „Ich habe dann das erforderliche Alter erreicht, und da auch meine Frau Elisabeth in Rente geht, ist es schön, so etwas gemeinsam zu machen“, sagt er.
1993 übernahm Kemm das Geschäft in der Bahrenfelder Straße in Ottensen von Köhler junior. Köhler senior hatte das Geschäft 1919 in der später ausgebombten Reichenstraße (nahe Nobistor) gegründet und 1953 in der Bahrenfelder Straße wieder eröffnet.
Kemm hatte zuvor bei Foto Kraglund in der Waitzstraße in Othmarschen gearbeitet, ein Geschäft das es inzwischen nicht mehr gibt. Geboren wurde Kemm 1953 im Altonaer Kinderkrankenhaus in der Bleickenallee. Nach einer Lehre als Fotokaufmann im Einzelhandel und einer Fotografenausbildung arbeitete er in verschiedenen Betrieben.
Die Entwicklungen in der Fotoindustrie machten auch vor seinem Beruf nicht Halt, insbesondere der Siegeszug der Digitalfotografie „hat eine Marktveränderung gebracht, es werden immer weniger Bilder ausgedruckt – egal ob analog oder digital“, so Kemm. Er beobachtet in letzter Zeit aber einen gegenläufigen Trend: „Viele Schüler der nahegelegenen Kunsthochschule kommen hierher, um die analoge Technik kennenzulernen und für Kunstprojekte einzusetzen.“

„Der Laden ist mir ans Herz gewachsen“, sagt Kemm

Wie sich das Viertel in den vergangenen Jahren veränderte, hat der Ottensener aus unmittelbarer Nähe beobachtet: Den Pferdeschlachter um die Ecke gibt es schon lange nicht mehr, die Einzelhandelsstruktur habe „sich in Richtung Lifestyle verändert. Und es gibt jetzt weniger Eckkneipen, dafür vermehrt schicke Esslokale“.
Den näher rückenden Ruhestand sieht Kemm „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“. Zum einen habe er bald mehr Zeit für den geliebten Tanzsport sowie das Inline- und Speedskating, zum anderen werde ihm wohl das Geschäft fehlen: „Der Laden ist mir ans Herz gewachsen – die Vielseitigkeit, die damit verbunden ist, und der tägliche Umgang mit den Kunden.“
Kemm hofft, einen Nachfolger zu finden, zumal dann auch seine Angestellte Yvonne Neumann bleiben könnte: „Es gibt mittlerweile drei bis vier Interessenten.“
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