Mit der Kamera gemalt

Jörg Daberkow hat die Speicherstadt als geheimnisvollen Ort inszeniert. Fotos: Daberkow

Der Rissener Jörn Daberkow zeigt Hamburgs unbekannte Seiten

Von Reinhard Schwarz. Seine Foto wirken wie gemalt, doch sie entstammen einer Digitalkamera. Dass Technik auch dazu dienen kann, Träume visuell umzusetzen, beweist der Rissener Fotokünstler Jörn Daberkow. Sein Thema: Dort zu sein, wo kaum jemand hinkommt - wie etwa ins Untersuchungsgefängnis Holstenglacis. „Es geht mir darum, Dinge zu zeigen, die man gewöhnlich nicht zu Gesicht bekommt.“ Oder bekannte Landschaften neu zu sehen, wie etwa die Elbe bei Blankenese und Wittenbergen. Ein Thema, das der 53-Jährige immer wieder variiert.
Dabei ist der Angestellte einer Immobilienfirma beileibe kein Profifotograf. „Ich bin da so reingewachsen“, schildert er zurückhaltend, „ein befreundeter Fotograf hat mich in die Materie eingeführt.“ Alles andere hat er sich selbst beigebracht.
Doch eines kann man wohl nicht lernen: Geduld. Denn Geduld braucht Daberkow, wenn es darum geht, an ungewöhnlichen Orten zu fotografieren. „Ich erkläre den Behörden, was ich vorhabe.“ Manchmal klappt es, manchmal nicht. „Teilweise muss ich sehr lange warten, um eine Genehmigung zu bekommen. Auf die Erlaubnis im Kraftwerk Tiefstack zu fotografieren, habe ich zwei Jahre gewartet.“
Doch selbst wenn er die offizielle Zustimmung einer Behörde oder Firma hat, heißt es oft wieder zu warten. „Ich warte immer auf das richtige Wetter.“ Um an der Elbe zu fotografieren, braucht Daberkow, der am Süllberg aufgewachsen ist, keine Erlaubnis - nur Zeit. „Ich mag das Grün, die Hügel, die Elbe, die schmalen Gänge im Treppenviertel. Dass alles nicht so gerade ist, es darf auch mal schief sein - ein gewachsener, alter Stadtteil.“
Die Ideen zu seinen Fotos kommen dem ambitionierten Autodidakten oftmals auf dem Weg zur Arbeit: „Ich überlege dann: Passt das ? Ich kenne die Stadt und weiß, welche Motive in meine Projekte passen.“ Eines seiner Projekte lautet: „Hamburg außergewöhnlich“, das Interessenten gegen Gebühr im Internet als iBook herunterladen können. Wer das nicht möchte, kann seine Arbeiten im Internet unter www.hamburger-fotoblog.de betrachten.
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