„Man kann sich das auch schönplanen!“

Stadtplaner Christian Pogoda verwies darauf, dass der Baumbestand auf dem Gelände weitgehend erhalten bleiben soll. (Foto: tischler)

Zu wenig Parkplätze, zu hohe Häuser: erster Entwurf für die Bebauung Rissen 52 stieß bei Anwohnern auf Kritik

Markus Tischler, Rissen – Rund 100 Bürger haben sich in der Aula der Grundschule Marschweg eingefunden. Der Bebauungsplan-Entwurf „Rissen 52“ steht zur Diskussion. Auf dem Grundstück zwischen Alte Sülldorfer Landstraße und B 451 steht derzeit noch das nicht mehr genutzte Produktions- und Lagergebäude der Firma Berendsohn, umgeben von einem dichten Baumbestand. Nun soll der Komplex weg, stattdessen ist ein Mix aus Wohnungsbau und einem Handwerkerhof vorgesehen. 50 Prozent der Wohnungen soll öffentlich gefördert werden, also die Mieten für den kleinen Geldbeutel erschwinglich sein. Die Bäume sollen weitgend stehen bleiben.
Gut 20 Minuten dauert der Vortrag von Stadtplaner Christian Pogoda. Dann dürfen die Bürger und Bürgerinnen ihre Fragen stellen. Es wird emotional. Ein Herr meldet sich zu Wort. Er befürchtet, dass sich das Verkehrsaufkommen auf der Alten Sülldorfer Landstraße erheblich erhöhen wird. Der nächste Fragesteller geht von einer großen Parkplatznot angesichts von geplanten 90 Wohnungen, dazu Büros und Kleinbetrieben aus. Pogoda verweist auf die Tiefgarage mit 110 Stellplätzen. Manche der Anwesende raunen: Viele Familien besäßen heute doch schon zwei Autos. Und eine andere Frau murmelt leise vor sich hin: „Der Trend geht doch schon zum Drittauto.“
Die Diskussion gewinnt an Schärfe, als es um die Wohnblöcke geht. Die derzeitige Halle ist zehn Meter hoch. Die fünf Wohnblöcke sollen jeweils vier Stockwerke erhalten und 12,50 Meter hoch werden. Das wirkt auf so manchen Anwohner abschreckend. Passt nicht ins Stadtbild, so die Meinung. Auch der Plan, das dritte und vierte Stockwerk nicht als Vollgeschoss zu bauen, sondern gestaffelt wie ein Treppe, beruhigt die Kritiker nicht. „Man kann sich das ja auch schönplanen“, so ein Zwischenruf. Frank Conrad, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Altona, betont: „Es gibt Wohnraumbedarf. Da stehen wir unter Druck.“

Die Wohnblöcke sollen vier Geschosse bekommen

Immerhin sind sich beide Seiten einig, dass Hamburg mehr Wohnraum braucht, und Rissen da keine Ausnahme machen kann. Ein viertes Stockwerk können Pogoda und Conrad den Anwohnern dennoch nicht schmackhaft machen. Doch SPD-Politiker Wolfgang Kaeser macht gegenüber den Anwesenden keinen Hehl daraus, dass es wohl keine Reduzierung geben werde: „Angesichts der Wohnungsnot halte ich das für unwahrscheinlich.“
Jetzt wertet die Verwaltung die Diskussionsergebnisse erst einmal aus.
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