Leserbriefe zum Thema "Jetzt muss man fürs Parken zahlen"

Fürs Parken im Blankeneser Ortskern muss ab jetzt bezahlt werden. (Foto: vel)
Anwohner sind die Dummen
Mir fällt auf, dass nur Befürworter der neuen Parkplatzregelung in Blankenese zu Wort kommen. Kritische Anmerkungen zur Neuregelung, die es insbesondere bei Anwohnern und örtlich Beschäftigten gibt, finden sich nicht. Sicher, es trifft zu, dass sich die Parkplatzsuche für Kurzbesucher nun stressfreier ergibt und Nutznießer eindeutig die ansässigen Geschäftsleute und ihre Kunden sind.
Gleichwohl wird diese unbestritten sinnvolle Parkraumlösung einseitig gegenüber den berechtigten Interessen von Anwohnern, Dienstleistern und Beschäftigten praktiziert, denen nun zugemutet wird, in benachbarte, bereits vollgeparkte Wohnstraßen auszuweichen, ihre Fahrzeuge alle zwei Stunden gegen erneute Gebühr umzuparken oder gar einen kos-tenpflichtigen Parkplatz im Bahnhofs-Parkhaus anzumieten.
Regelungen einseitig zu Guns-ten nur einer Gesellschaftsgruppe lassen dies im Licht des Gleichbehandlungsgrundsatzes zumindest fragwürdig erscheinen. Ein zu begrüßender Kompromiss, der die Interessen aller Stadtteilnutzer gleichermaßen im Auge behielte, wäre ein  (...) Anliegerparken mit Ausweis. Es käme auf einen Versuch an.

Jens Faupel
per E-Mail



Parkgebühren lösen das Problem nicht
Sie wollen meine Meinung über die eingeführte Parkgebühr hören? Ich kann dazu nur gratulieren! Ich wollte, in Rissen würden die Dauerparker ebenso zur Kasse gebeten.

Ricarda Kleinke
per E-Mail



Parkgebühren helfen gegen Dauerparker
Ich finde die neue Parksituation in Blankenese unerhört. Es stimmt, dass es schon immer schwierig war, hier einen Parkplatz zu finden, doch anstatt neue Parkmöglichkeiten zu schaffen, erdreistet sich die Stadt, den Autofahrer bis auf den letzten Cent auszupressen. Als ob ständig steigende Kfz- und Kraftstoffbesteuerung noch nicht genug wäre.
Wie aber löst dies die eigentliche Problematik, nämlich die der mangelnden Parkplätze? Gar nicht. Die parkenden Autos verlagern sich nur in die Seitenstraßen, was den Anwohnern die Parkplatzsuche nun noch schwieriger macht, als sie es ohnehin schon war.
Ich selbst fahre jeden Tag von meinem Wohnort Lokstedt zu meiner Arbeitsstelle in Blankenese, ich bevorzuge das Auto, im Gegensatz zu den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es pünktlich, sauber, nicht überfüllt und obendrein braucht es nur die Hälfte der Zeit.
 
Julian Liedtke
per E-Mail




Parkgebühren füllen die Behördenkasse
Einen Vorteil der „Bezahlparkplätze“ hat der LBV vergessen: Sie füllen die Kassen der Behörde für Inneres und Sport.
Ich frage mich häufig, warum ich überhaupt Steuern zahle. Sogar bei der Beantragung eines Personlausweises, zu dem der Staat mich ja zwingt, muss ich kräftig in die Tasche greifen.
Übrigens: Mich treffen die Parkgebühren nicht. Ich bin bisher immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Blankenese gefahren.

Manfred Lahmann
per E-Mail


„Wir fühlen uns vom Senat getäuscht!“
Blankeneser Vereine wehren sich gegen die ihrer Meinung nach „drastische Erhöhung“ in einem offenen Brief
Blankenese – Ab dem 1. Januar 2017 müssen Autofahrer in Hamburg fürs Parken noch tiefer in die Tasche greifen: Der Landesbetrieb Verkehr (LBV) hebt die Gebühren um zwei Drittel an. Derzeit kosten zehn Minuten Parken in Blankenese 20 Cent. Nach der Erhöhung werden es voraussichtlich um die 35 Cent sein. Das bringt Blankenese Institutionen auf die Palme. Sie wehren sich gegen ihrer Meinung nach drastische Erhöhung der Parkgebühren in einem offenen Brief. Der Wortlaut:
„In den letzten Monaten wurde zur Belebung des Zentrums von Blankenese eine Parkraumbewirtschaftung mit großem Konsens und hohem Engagement eingeführt. Ziel war es, den knappen Platz zukünftig für Kurzparker zur Verfügung zu stellen. Dieses hat sich als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Für Besucher, Kunden und Patienten stehen jetzt ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Außerdem ist der umfangreiche, mit Parkplatzsuche verbundene Autoverkehr drastisch zurückgegangen.
Diese Gebührenerhöhung kommt für uns überraschend, ist in Höhe um zwei Drittel unverhältnismäßig. Die sofortige Erhöhung nach der auch von uns befürworteten Einführung steht im klaren Widerspruch zu allen bisher mit den Behörden geführten Abstimmungen. Sie stellt den breiten Konsens im Stadtteil in Frage.
Mit diesem Vorgehen des Senats werden alle Anstrengungen zur Belebung der gewachsenen Stadtteilstrukturen untergraben. Im Wettbewerb mit großen privaten Einkaufszentren, die ihre Parkgebühren nach wirtschaftlichen Kriterien frei festlegen können, wird die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtteile stark gefährdet. Der Überlebenskampf von lokalem Einzelhandel und Dienstleistungen gegenüber großen Zentren und Internet wird hierdurch noch einmal deutlich verschärft.
Es entsteht der Eindruck, dass hier nicht sinnvolle Verkehrslenkung und Wirtschaftsförderung, sondern Steigerung von Finanzeinnahmen im Vordergrund stehen sollen.
Eine solche unangekündigte Gebührenerhöhung, bereits zwei Monate nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung, hin- terlässt bei allen engagierten Kräften den Eindruck einer bewussten Täuschung. (...)
Wir werden uns als Mitglieder des Arbeitskreises Ortskern Blankenese im Interesse der Blankeneser Bevölkerung und Wirtschaft sehr stark für eine Rücknahme dieser unverhältnismäßigen Gebührenerhöhung einsetzen.“
Blankenese Interessen-Gemeinschaft, Blankeneser Bürger-Verein, Blankeneser Grundeigentümerverein, Ev.-luth. Kirchengemeinde Blankenese, Förderkreis Historisches Blan- kenese, Grundeigentümerverein Blankenese/ Nienstedten, Marktgemeinschaft Blankenese, Zukunftsforum Blankenese



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