Kunst am Bahnhof

Streetart am Bahnhof: Künstler Gerrit Peters (v. r.) mit Jugendcafé-Leiterin Aislinn Köppe und Teilnehmern vor dem „D“ des Namenszugs „Bahrenfeld“. Foto: cvs

Graffiti-Aktion: Jugendliche verschönern Eingang zur S-Bahn-Haltestelle Bahrenfeld

Von Christopher von Savigny. Ein dickes, rot-weißes „A“ ist auf dem Mond gelandet: Rechts die Erde in Blau und Grün, links der gelbe Saturn. Paul (14) sprayt noch schnell eine amerikanische Flagge in den silbrig glänzenden Mondsand. „Sprühen macht mir einfach Spaß, weil man sich dabei richtig austoben kann“, sagt er.
Ausgestattet mit Sprühdosen und mit jeder Menge künstlerischem Ehrgeiz hat in den letzten Tagen eine Gruppe von Siebt- und Achtklässlern des Max-Brauer-Gymnasiums den Osteingang des S-Bahnhofs Bahrenfeld (Hegerstraße) verschönert. Zuvor hatte die Deutsche Bahn (DB) am Metallzaun zum Bahngelände hin zehn jeweils zwei Quadratmeter große Bleche angebracht, die jetzt die Buchstaben des Stadtteils tragen: „Bahrenfeld“. Mal mit Weltraum-Umgebung, mal mit Regenbogen oder irgendwelchen Farben kombiniert – auf jeden Fall kunterbunt und spaßig. „Themen und Motive wurden jeweils von den Schülern selbst entwickelt“, erklärt der projektbegleitende Künstler Gerrit Peters. Zuständig für die Organisation der Sprayaktion war das benachbarte Jugendcafé Movego. „Die Teilnehmer haben bereits reichlich Lob von Passanten für ihre Arbeit bekommen“, berichtet die Jugendcafé-Leiterin Aislinn Köppe.

Eltern mit Kinderwagen kamen nicht durch

Hintergrund des farbenfrohen Unternehmens: Die DB hatte die Bleche angebracht, um zu verhindern, dass Radfahrer ihre Drahtesel am Zaun anschließen. „Das Problem war, dass man als Fußgänger an den schmalen Stellen, also dort, wo die Alleebäume stehen, gar nicht mehr durchkam“, erklärt Simon Henze, der beim HVV für die Aufenthaltsqualität rund um Bahnhöfe und Haltestellen zuständig ist. Insbesondere für ältere Menschen, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen sei der Weg teils unpassierbar geworden. „Radfahrer denken oft nicht darüber nach, wenn sie ihre Räder teils drei- oder vierfach nebeneinander anschließen.
Als Ersatz für die fehlenden „Parkplätze“ hat das Bezirksamt 30 neue Fahrradbügel aufstellen lassen. Von der DB wurde das Graffiti-Kunstprojekt mit rund 1.000 Euro gesponsert. Die Haltestellenumfeld-Koordinatoren (kurz: HUK) des HVV kümmern sich nicht nur um Verschönerungen, sondern auch um Barrierefreiheit und Sauberkeit rund um Hamburgs S- und U-Bahn-Stationen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.