Kinderbücherei macht selber Bücher

20 Jahre BüBa: Wo junge Bahrenfelder über die Zukunft nachdenken

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld
Im Bahrenfeld der etwas ferneren Zukunft fliegen Menschen mit Lichtgeschwindigkeit zur Arbeit oder sie nehmen ihr Elektroauto, das mit Strom aus Algen angetrieben wird. Der Stadtteil ist zu einem Paradies für Leckermäuler geworden: So existiert ein Schokoladenbrunnen, der nie versiegt und eine ewig nachwachsende Schokolade. Manchmal regnet es Bonbons. Lästige Haushaltsaufgaben übernimmt ein fleißiger Roboter, den man aber leider „lange aufladen muss“. Und das Schönste: Auf dem fertiggestellten Autobahndeckel finden sich muslimische, christliche und buddhistische Gotteshäuser in trauter Eintracht nebeneinander.
So in etwa stellen sich die Drittklässler der Schule Mendelssohnstraße ihren Stadtteil in 20 Jahren vor.
Die Kinderbücherei Bahrenfeld (BüBa), die in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feiert, hat aus dem Anlass zusammen mit 15 Schülern ein kleines Büchlein herausgebracht, zu dem die Kinder eigene Zeichnungen und Texte beigesteuert haben. Die Idee: Wie sieht es in weiteren 20 Jahren im Stadtteil aus? Was bringt uns der Autobahndeckel über die A7?
 
Sechs Doppelstunden ihrer Freizeit haben die Schüler dafür geopfert – freiwillig. „Es war eine Erfahrung, die eigentlich jedes Kind mal machen sollte“, sagt BüBa-Leiterin Anne Strobel. Ihre Arbeit habe die jungen Autoren mit großem Stolz erfüllt. „Bücher nicht nur zu konsumieren, sondern zu erleben, wie sie entstehen – das ist schon etwas Tolles.“Die BüBa wurde 1997 – nach der Schließung der Öffentlichen Bücherhalle Haydnstraße – auf Initiative einiger Lehrerinnen gegründet. An zwei Nachmittagen und zwei Vormittagen pro Woche können Kinder vorbeikommen, um aus insgesamt 2.800 Büchern, CDs, und DVDs auszuwählen, viele davon zweisprachig (deutsch/türkisch). Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen Autorenlesungen, Leseförderstunden und Bilderbuchkino. Für die Finanzierung (rund 15.000 Euro pro Jahr) sorgen das Bezirksamt Altona, ein Förderverein sowie einige Sponsoren. Die BüBa leistet sich eine 450-Euro-Stelle, im nächsten Jahr soll eine weitere dazukommen. Das meiste läuft jedoch ehrenamtlich.
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