Keine Großsiedlungen!

Flüchtlinge bitte überall verteilen, aber nicht geballt in wenigen Vierteln Hamburgs – das fordern Bürgerinitiativen, die gegen Großunterkünfte sind. (Foto: joto)

Bürgerinitiative wehrt sich gegen Pläne für Suurheid – Bezirksamtsleiterin Melzer lädt Bürger zum Gespräch

Elbvororte – 800 feste Wohnungen für Flüchtlinge sollen im Bezirk Altona geschaffen werden, davon 413 an der Suurheid. Für die Bürgerinitiative „Vorrang für Integration & Nachhaltigkeit“ in Rissen (VINR) ist die Marschrichtung klar: keine Großunterkünfte für Flüchtlinge. Dazu trafen sich jetzt Vertreter der Initiative mit den Bürgerschafts-Fraktionsvorsitzenden Andreas Dressel (SPD) und Anjes Tjarks
(Grüne).

Worum geht´s?
Angesichts der Flüchtlingswelle will Sozialsenatorin Melanie Leonhard Großunterkünfte für die Schutzsuchenden bauen lassen. An der Suurheid sollen 413 Wohnungen für Flüchtlinge und 160 Mietwohnungen für Hamburger Bürger gebaut werden. Ein internationales Quartier mit kleinen Läden und einem Treffpunkt soll entstehen.
Der bestehende Bebauungsplan soll dafür nicht geändert werden. Die geplanten Gebäude sollen nur um ein bis zwei Geschosse höher gebaut werden.
Die anderen 400 Wohnungen für Flüchtlinge sollen an anderer Stelle im Bezirk gebaut werden.

Was kritisiert die VINR?
• Ihr sind die 573 Wohnungen immer noch zu viel, die auf dem acht Hektar großen Grundstück entstehen. „Das ist das 2,5-fache der ursprünglichen Planung“, heißt es seitens der Initiative.
• Der VINR sind es zu viele Flüchtlinge: bis zu 2.500 an der Suurheid, 800 Flüchtlinge und Obdachlose im angerenzenden Gebiet Sieverstücken I+II. Das sind für die VINR zu viele Flüchtlinge auf kleinem Raum. Sie fordert, die Schutzsuchenden gleichmäßig auf alle Hamburger Stadtteile zu verteilen. „Dass 32 von 104 Hamburger Stadtteilen 80 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen müssen, ist ein Kern des Integrationsproblems“ so Michael Neumaier, Vorstand der VINR.
• Im internationalen Quartier wird 2/3 der Bevölkerung Flüchtlinge, ein Drittel deutsche Bürger sein. Die VINR fordert ein umgekehrtes Verhältnis in der Bevölkerungsstruktur: 70 Prozent deutsche Mieter und 30 Prozent Flüchtlinge. Sonst könne die Integration nicht gelingen.

Was ist das Fazit?
„Wir vermissen ein klares Signal der Regierungsfraktionen, dass Großunterkünfte der falsche Weg sind. Denn an dieser Notwendigkeit und damit auch der Realisierung der geplanten Vorhaben wird unverändert von Seiten der Regierungsparteien festgehalten“, sagt Neumaier.

Wie reagiert Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (SPD)?
Sie lädt für Dienstag, 1. März, Bürger zum Gespräch ein.

INFO:
Bürger-Dialog
Quartier Rissen
Vorstellung der Planung und des Verfahrens
Dienstag, 1.März, 18 Uhr
Info-Markt ab 17 Uhr
Grundschule Iserbarg
Iserbarg 2
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