Kein Platz für Kinder?

Die Kirche baut, die Schulbau Hamburg ebenfalls, aber denken die Verantwortlichen dabei an die Kinder aus dem Viertel? Foto: Christina Schäfer

„Verplanter Stadtteil“: Altona-Altstadt will besser beteiligt werden

M. Greulich, Altona-Altstadt. Mit dem südlichen Teil von Altona-Altstadt haben Behörden, Politik und Kirche Großes vor. Am neuen Struensee-Gymnasium wird in zwei Jahren zusätzlich das deutsch-französische Lycée Français entstehen, St. Trinitatis bekommt fünf Neubauten, für die im Gegenzug der Park an der Königstraße neu geordnet wird. „Die Anwohner fragen sich: Was passiert hier eigentlich?“ beschreibt Ralf Henningsmeyer die Situation. Der Geschäftsführer der GWA St. Pauli hat deshalb mit elf anderen Trägern von Kinder- und Jugendeinrichtungen zur Veranstaltung „Ein Stadtteil wird verplant – kein Platz mehr für Jugendliche“ eingeladen. „Wir werden nicht ernsthaft an den Planungen beteiligt“, sagt Henningsmeyer zur mangelnden Bürgerbeteiligung.

Schon gar nicht werde auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingegangen, die in einem der am dichtesten besiedelte Gebiete Hamburgs unter nicht immer einfachen Umständen aufwachsen. Einen geschützten Raum für sie gibt es aber in der Nachbarschaft: Viele Fünf- bis Zwölfjährige aus dem Gebiet spielen und toben auf dem Bauspielplatz Hexenberg. „Wir fordern, dass der Baui möglichst auf dem jetzigen Standort bleiben oder auf das Gebiet des ehemaligen Capello an der Königstraße verlagert wird“, so Henningsmeyer. Zwar haben sich die Fraktionen in der Bezirksversammlung Altona für den Erhalt des Bauspielplatzes ausgesprochen, doch die Suche nach Ersatzstandorten halten die Beteiligten vor Ort für reichlich unausgegoren. Henningsmeyer: „Ob das am Durchgang zum Fischmarkt oder an der Mauer des jüdischen Friedhofs überhaupt gehen würde, ist völlig ungeklärt.“
Noch schlimmer stellt sich die Situation im Jugendclub Struenseestraße dar. Dessen ungewisse Zukunft habe bereits dazu geführt, dass zwei Beschäftigte dort gekündigt haben und es derzeit nur eingeschränkte Öffnungszeiten gibt. Die dortige Mädchenarbeit werde ebenfalls mit einer halben Stelle „stiefmütterlich behandelt“, zumal sie nicht dauerhaft gesichert sei.
Statt Kontinuität für die Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten, seien die Planungen „desolat“.
Was es bewirken kann, wenn man Jugendliche aus dem Stadtteil an den Planungen beteiligt, ist unweit der St. Pauli Kirche zu sehen: Mit dem erfolgreichen Projekt „Park Fiction“ schmückt sich die Stadt seit längerem. Durchgesetzt hatten es die Anwohner gegen die ursprüngliche Planung der Behörden.

❱❱ Öffentliche Stadtteilversammlung im Gemeindehaus der Trinitatiskirche,
Kirchenstraße 40,
Mittwoch, 14. Februar, 18 Uhr
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