Kein Kreisverkehr!

Bürgerprotest: Anwohner wenden sich gegen den geplanten Umbau der Kreuzung Liebermannstraße/ Bernadottestraße. Geschäftsleute befürchten erhebliche Einbußen während der vier- bis fünfmonatigen Bauphase. Fotos: rs

Anwohner protestieren gegen Kreuzungsumbau Bernadottestraße und Liebermannstraße

Von Reinhard Schwarz. Bürgerprotest gegen Behördenpläne: Am 5. Mai soll der Umbau der Kreuzung Bernadottestraße/ Liebermannstraße beginnen. Quasi fünf Minuten vor zwölf steigen die Bürger auf die Barrikaden und wehren sich gegen den geplanten Umbau. Vor allem die Geschäftsleute in der Liebermannstraße befürchten Einbußen, wenn vor ihrer Haustür rund fünf Monate lang gebaut wird.
„Wir hatten gerade vor zwei Jahren erhebliche Umsatzeinbußen von März bis Oktober 2012 infolge von Kanalisationsarbeiten in der Liebermannstraße“, sagt Birgit Wendt, Anwohnerin und Kioskbesitzerin. Betroffen von dem Umbau sind unter anderem ein Bäcker mit Kaffeeausschank, eine Fleischerei und ein Supermarkt, der aufgrund der anstehenden Bauarbeiten schließen will. Die Schließung wäre gerade für ältere Anwohner ein Problem, denn für viele ist das Geschäft ein auch zu Fuß schnell erreichbarer Nahversorger.
Geplant ist der Abbau der Ampeln und der Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr. Darüber hinaus soll ein Teilstück der Liebermannstraße umgebaut und damit schmaler werden. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten schon im Jahr 2013 beginnen, doch nach Protesten der Anwohner lenkten die Behörden ein und verschoben die Maßnahme auf 2014. Nun soll es aber wirklich losgehen.
Man wolle mit dem Kreisverkehr und der Verengung der Liebermannstraße Autofahrer veranlassen, die Geschwindigkeit zu drosseln, argumentiert Peter Meyer, Abschnittsleiter Planung im Bezirksamt Altona. „Ein Kreisverkehr ist am wenigsten verkehrsgefährdend.“ Zudem sei die jetzige Kreuzungsfläche „überdimensioniert“, es gebe dort zahlreiche Rotlichtsünder. Weiterhin sei die Straße seit Jahrzehnten nicht grundinstandgesetzt worden und stehe daher auf der Prioritätenliste ganz oben.
„Ich bezweifle, dass ein Kreisverkehr die gewünschte Entschleunigung bringt, zudem wird es schwierig für Blinde und Behinderte, ohne Ampel die Kreuzung zu überqueren“, meint hingegen Birgit Wendt und erinnert daran, dass sich in der Umgebung zahlreiche Altenheime und Einrichtungen für Gehörlose befinden.
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