Jetzt muss man für´s Parken zahlen

Für´s Parken in den Straßen, die im rot markierten Gebiet liegen, werden jetzt Parkgebühren fällig. (Foto: vel)
 
Für´s Parken in den Straßen, die im rot markierten Gebiet liegen, werden jetzt Parkgebühren fällig. (Foto: LBV)

Im Ortskern Blankenese stehen Parkscheinautomaten – zehn Minuten kosten jeweils 20 Cent

Verrguth/ Istel, Blankenese – Mal kurz das Auto abstellen und am Markt einkaufen. Das geht nicht mehr so einfach wie früher. Jetzt sollte man möglichst viele 20-Centstücke dabei haben. Denn seit November muss man für´s Parken im Ortskern Blankenese zahlen. Rund um den Erik-Blumenfeld-Platz, am Markt, in der Bahnhofstraße oder in der Gasse zu Baurs Park sind insgesamt 21 Parkscheinautomaten aufgestellt und bitten die Parker zur Kasse. Grund für die Einführung der so genannten Parkraumbewirtschaftung durch den Landesbetrieb Verkehr (LBV) war die extrem angespannte Parksituation im Blankeneser Ortskern.
Reichte für das Parken auf den gut 350 Plätzen bisher der Einsatz einer Parkscheibe, ist jetzt ein Parkschein erforderlich. „Die Parkscheibe zeigte sehr wenig Wirkung, weshalb die Parkstände oft dauerhaft, insbesondere während der Öffnungszeiten der Geschäfte belegt waren“, so Katrin Brardt, Sprecherin des LBV. Auf Deutsch: Die Leute stellten ihre Autos den ganzen Tag über beispielsweise in der Bahnhofstraße ab. Wer einkaufen wollte, fand dort oft keinen Parkplatz.

Neue Höchstparkzeit: zwei Stunden


Damit ist jetzt Schluss: Die Höchstparkdauer ist auf zwei Stunden begrenzt. Katrin
Brardt: „Die Maßnahme dient dazu, wieder eine Fluktuation im Parkraum zu bewirken, so dass Kunden der lokalen Wirtschaft einen Parkplatz in der Nähe ihres Ziels finden können – vom Dauerparken zum Kurzzeitparken.“ Im Klartext: Der LBV hofft, dass die Autofahrer dort nur höchstens zwei Stunden parken. So sollte man als Einkaufender schneller einen Parkplatz vor dem gewünschten Laden finden.
Ein Konzept, das aufzugehen scheint: „Die Parkkosten stören mich nicht, weil jetzt mehr Parkplätze da sind“, meint der Blankeneser Autofahrer Erhard Plettenberg. Allerdings wünscht sich der 79-Jährige so etwas wie eine „Brötchenholtaste“, die das kostenlose Parken für wenige Minuten ermöglicht. „Das kurze Parken kostet zwar nur 20 Cent, aber trotzdem wäre das praktisch.“
Die Parkgebühren fallen montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr an. In dieser Zeit kontrollieren auch Mitarbeiter des Parkraum-Managements, ob für´s Parken gezahlt wurde. Für die Blankeneser Anwohner bedeutet das, tagsüber ihr Auto abseits des Ortskerns abstellen zu müssen. „Es stehen anmietbare Stellplätze im Bahnhofs-parkhaus zur Verfügung“, so Brardt und beruhigt: „Regelmäßige Autonutzer können ihr Auto wie gewohnt abends in Haustürnähe abstellen.“

Das sagt der Landesbetrieb
Parken im Ortskern Blankenese kostet 20 Cent pro zehn Minuten. Die Höchstparkdauer ist zwei Stunden. Mit dem Geld aus den hamburgweit aufgestellten Parkautomaten werden die Mitarbeiter des LBV bezahlt. „Der Überschuss geht an die Behörde für Inneres und Sport. Im Jahr 2015 waren das hamburgweit 15 Millionen Euro“, sagt Thomas Adrian vom LBV.
Hier die Vorteile, die der LBV in den „Bezahlparkplätzen“ sieht: 
- Die Parkplätze werden tagsüber nicht mehr dauerhaft belegt; ein Parkplatz kann so nacheinander von mehreren Autos genutzt werden.
- Einkaufen in Blankenese wird attraktiver, denn die Kunden finden Parkplätze.
- Man muss nicht mehr so lange suchen, um einen Parkplatz in Marktnähe zu finden.
- Es wird nicht mehr so viel in zweiter Reihe oder „wild“ geparkt. Man ist als Fußgänger wieder sicherer rund um den Marktplatz unterwegs. KI




Das sagt die Politik

Anne Krischok, MdHB (SPD)

Die Einzelhändler in Blankenese hatten schon lange Parkautomaten gefordert. Diese wurden jetzt aufgestellt. Das Problem der so genannten Dauerparker wird damit gelöst. Auch die Staus durch Parkplatzsuchende können so aufgelöst werden. Insofern begrüße ich die Maßnahme.
Im Moment ist allerdings die Parkplatzsituation für die Anwohner in den umliegenden Seitenstraßen schwieriger geworden. Ich hoffe, dass es sich um eine Zwischensituation handelt; denn an der Höhe der Parkgebühren kann dieses Ausweichverhalten nicht liegen.

Karin Prien, MdHB (CDU)
Wir halten die Aufwertung und Wiederbelebung des Blankeneser Ortskerns insgesamt für unbedingt erforderlich, um die Attraktivität des Stadtteils zu erhalten. Die Parkplatzsituation ist dabei nur eines der Probleme. Die Aufwertung des Marktplatzes muss jetzt als nächstes kommen.
Dafür müssen jetzt die erforderlichen Gelder im Haushalt der Stadt bereitgestellt werden. Über all diese Maßnahmen wurde (...) jahrelang beraten. Am Ende gab es einen breiten Konsens für das Gesamtpaket. Das muss jetzt aber auch insgesamt umgesetzt werden.
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