Jetzt geht´s den Viren an den Kragen

So soll das CSSB nach seiner Fertigstellung im Jahr 2017 aussehen. (Foto: Hammeskrause)

DESY: Neues Forschungszentrum steht im Rohbau – hier werden zukünftig Krankheitserreger erforscht

Bahrenfeld – Es wächst und wächst und wächst: das Centre for Structural Systems Biology (CSSB, Zentrum für Strukturelle Systembiologie). Jetzt wurde auf dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchrotron (Desy) Richtfest gefeiert. Doch was verbirgt sich hinter dem sperrigen Namen? Für was wird es gebraucht? Ein Blick hinter die Kulissen.

Was soll im CSSB passieren?
Die Erbmasse (DNA) von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Parasiten wird untersucht. Dazu werden Lichtquellen bei Desy und neuartige Elektronenmikroskope eingesetzt, bei denen die zu untersuchende Probe eingefroren wird (Kryo-Elektronenmikroskop). So können millionstel Millimeter unter dem Mikroskop gesehen werden, ohne dass die
Probe unter dem Mikroskop zerstört wird.
Kennt man den Aufbau der DNA eines Krankheitserregers, kann man maßgeschneiderte Medikamente gegen ihn ent-wickeln. Das Problem: Die winzig kleinen Krankheitserreger verändern sich sehr schnell. Medikamente, die gestern noch halfen, sind heute vielleicht schon wirkungslos.

Wer wird dort arbeiten?
In zwei Jahren sollen dort Vertreter vieler unterschiedlicher Wissenschaften zusammen forschen wie beispielsweise Physiker, Strukturbiologen, Infektionsforscher, Molkekularbiologen, Physiker und Chemiker. Sie gehören neun wissenschaftlichen Einrichtungen in Norddeutschland an, darunter drei Universitäten.

Wie groß ist das CSSB?
Das Gebäude wird vier Stock-werke mit knapp 13.500 Quadratmeter Fläche haben. Das entspricht der Größe zweier Standard-Fußballfelder.
Im Gebäude wird es einen Hörsaal und Platz für fünf Kryo-Elektronenmikroskope geben. Über ein Viertel des Gebäudes werden Labors einnehmen. Es sind keine so genannten Hochsicherheitslabore darunter. „Die Forschung ist nicht gefährlich für die Anwohner“, so Desy-Pressesprecher Thomas Zoufal.

Wie teuer wird der Bau?
Nach derzeitiger Planung wird das CSSB 52 Millionen Euro kosten. Der Bund übernimmt 72 Prozent, die Stadt Hamburg 16 Prozent. Niedersachsen gibt zehn Prozent dazu und Schleswig-Holstein vier Prozent.
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