„Je kürzer die Zeit, desto besser für mich!“

Deutschlands beste Schachspielerin Elisabeth Pähtz spielte gegen 26 Mitglieder der Schachvereinigung Blankenese Simultanschach – und gewann 22 Partien. Zwei verlor sie, und zwei endeten unentschieden. (Foto: jve)

Schach-Großmeisterin Elisabeth Pähtz besuchte die Schachvereinigung Blankenese

Julia Vellguth, Klein Flottbek – Kurzes blaues Trägerkleid, das ihre schönen Beine gut zur Geltung bringt, und lange dunkle Haare:  Elisabeth Pähtz entspricht nicht den gängigen Klischees einer Schachspielerin. Das ist sie aber, sogar Deutschlands beste. Jetzt war die 30-Jährige zu Gast bei der Schachvereinigung Blankenese, wo sie im Simultanschach gegen 26 Gegner antrat.
Das Schachspielen wurde Elisabeth Pähtz in die Wiege gelegt. Ihr Vater, Thomas Pähtz, war der letzte Schachgroßmeister der DDR. Dann wurde er Nachwuchstrainer – auch für seine Tochter Elisabeth. Eine Alternative zum Schach gab es für sie kaum. „Meine Mutter war berufstätig, und mein Vater hat mich immer mitgenommen“, erinnert sich die gebürtige Erfurterin.
Die Schachregeln erlernte sie durchs Zuschauen, mit fünf Jahren fing sie selbst an zu spielen. Sie war ein großes Talent: 2002 wurde sie Jugendweltmeisterin, 2005 Juniorenweltmeisterin. Inzwischen hat sie die Titel einer Internationalen Meisterin, einer Großmeisterin und eines Großmeisters inne.

Ihre Stärke: Blitz- und Schnellschach

Mit 16 Jahren kam Elisabeth Pähtz auf ein Sportgymnasium in Dresden, wo sie auch ihr Abitur ablegte. Trotz einer abgeschlossenen Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin blieb sie dem Schach treu: Sie verdient in verschiedenen Ligen als Spielerin und als Trainerin ihr Geld. Im September heiratete sie einen italienischen ehemaligen Schachspieler, mit dem sie schon länger in Rom lebt und wohl bald in die USA ziehen wird.
Was Elisabeth Pähtz seit jeher an ihrem Sport am meisten begeistert, ist das Reisen und das Kennenlernen von Schachspielern aus aller Welt. Mit einigen verbindet sie seit der Kindheit eine enge Freundschaft. Der Reiz liegt für die Schachspielerin auch darin, dass jede Partie einzigartig ist und man immer dazulernt.
Ihre Stärke liegt im Blitz- und Schnellschach. „Je kürzer die Bedenkzeit, desto besser ist es für mich“, meint sie. Sie sei ein eher ängstlicher Typ, und für Angst vor dem Risiko bleibe keine Zeit, wenn die Züge schneller ausgeführt werden müssten. Dafür verfüge sie aber über eine hohe Konzentrationsfähigkeit und ein gutes Auge für taktische Motive.
Im Simultanschach gegen die Schachvereinigung Blankenese gewann Elisabeth Pähtz übrigens 22 Partien, in zweien wurde sie geschlagen und zwei endeten mit Remis.
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