Ist eine Radbrücke die Lösung?

Architekt Christian Hajda schlägt eine Radfahrerbrücke über die beiden Gastronomiebetriebe am Elbstrand vor. Grafik: hajda
 
Architekt Christian Hajda. Foto: pr

Oevelgönner Strandweg: Architekt stellt Pläne für eine Brücke über Strandperle und Kiosk vor

Karin Istel, Oevelgönne

Es gibt einen neuen Vorschlag für den Radweg am Oevelgönner Strand: Statt unmittelbar an der Strandperle und dem Kiosk vorbei, könnte der Weg ja über die Gebäude hinweg führen – jedenfalls, wenn es nach dem Entwiurf des Architekten Christian Hajda geht. Er sieht eine Fahrradbrücke über den beiden Gastronomiebetrieben vor.

Wie sehen die Pläne aus?

Eine ungefähr vier Meter breite Fahrradbrücke mit zwei Spuren. Sie wäre mit einem transparenten Geländer ausgestattet. Die Radfahrer müssten zwar eine kleine Steigung bewältigen, aber dafür könnten sie weiterfahren und müssten nicht – wie auf dem Lotsenweg – ihr Rad schieben. Außerdem kann das Regenwasser abfließen. Die Brücke einschließlich zweier Rampen wäre um die 180 Meter lang und nicht höher als der dahinterliegende Lotsenweg.
Wie teuer würde dieser Radweg werden?
„Die Kosten sind schwer abzuschätzen, deshalb lässt sich ein konkreter Preis nur schwer benennen. Vieles hängt beispielsweise von der Wahl der Beleuchtung und des Materials ab. Zusätzlich spielt die Länge der hochgelegten Fahrbahn eine große Rolle“, sagt Architekt Hajda. Wahrscheinlich wird der Preis um eine Million Euro liegen, die noch zu den zwei Millionen Euro des bislang geplanten Strandweges dazu kommt.

Worin besteht der Vorteil der Brücke?
„Der Strand würde als Strand erhalten bleiben und genauso nutzbar bleiben wie zur Zeit. Das ist unbezahlbar“, so der passionierte Elbstrandbesucher Hajda. „Eine solche Brücke kann nicht bei Flut unterspült werden, was Wartungskosten spart“, so der 38-Jährige. Und: „Die Reinigung könnte genauso durchgeführt werden wie beispielsweise der Weg an den Lotsenhäusern.“ Hajda sieht nur Vorteile in der „Stelzenlösung“ und schlägt vor: „Mir wäre der komplette Weg auf Stelzen lieber. Dieser würde die Elbstrandidylle im gesamten Strandverlauf nahezu unangetastet und nutzbar lassen.“

Wie kommt die Idee einer Fahrradbrücke an?
Die Meinungen sind geteilt. „Wir sind total offen für solche Vorschläge, die zu einer Lösung des Problems führen können“, sagt Thomas Adrian, Chef der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung.
Kritischer äußert sich Tim Schmuckal (CDU): „+Für den engen Abschnitt vor der Strandperle könnte so etwas eine Lösung sein. Aber es löst nicht das Gesamtproblem.“ Denn im weiteren Verlauf würde ein Radweg über den Strand verlaufen müssen, weil sich alle anderen Flächen dort in Privatbesitz befänden. Schmuckall: „Der Strand ist aber einzigartig für Hamburg – einen Radweg lehnen wir daher grundsätzlich ab."
Anwohner und Strandperlen-Pächter Christian Toetzke schlägt vor: „Das Radfahrverbot auf dem Gehweg müsse morgens und abends einfach aufgehoben werden, wenn dort Pendler und Schüler unterwegs sind.“ Dann wäre ein neuer Weg über den Strand erst gar nicht nötig.


Kurzinterview mit Christian Hajda

Architekt Christian Hajda hat im Streit um den neuen Radweg eine Kompromisslösung in den Ring geworfen: eine Brücke über die Strandperle und den Kiosk Ahoi! Das Elbe Wochenblatt hat ein kurzes Interview mit dem 38-Jährigen geführt.
Elbe Wochenblatt: Haben Sie bereits etwas in Hamburg oder Deutschland gebaut, was man besichtigen kann? 
Christian Hajda: Ja, hamburg-, deutschland- und sogar weltweit. In meinem jetzigen Büro bauen wir deutschlandweit hochkomplexe Industrie-, Lebensmittel- und Verwaltungsbauten.
Zu meinen absoluten Lieblingsbauvorhaben aus meiner Berufslaufbahn gehören die Railway Spencer Street Station in Melbourne/ Australien, der Hauptverwaltung der Radeberger Gruppe in Frankfurt/Main und in Hamburg das Neue Forum in Altona sowie die Wohnbauten in Bergedorf am Güterbahnhof.
Eine Herzensangelegenheit waren aber einige „außergewöhnliche“ Entwürfe, die
zum Teil leider nicht verwirklicht, aber von höchster Stelle gelobt wurden. Dazu gehört die Umgestaltung des Hamburger Fernsehturms (Persönliches positives Feedback von Udo Lindenberg), ein Entwurf für einen Schuh für Porsche Design
(positives Feedback des Chefdesigners Christian Schwammkrug) und diverse Schriftzüge für die BMW M Power und Porsche. Auch an einem neuen HSV-Logo habe ich mich versucht und positives Feedback erhalten. Manchmal brauche ich die Abwechslung zur Architektur.

EW: Was hat Sie zu der Idee, den Weg auf Stelzen zu setzen, inspiriert? 
CH: Als ich gelesen habe, dass ein Fahrradweg quer durch den Elbstrand verlaufen soll, konnte ich mir das nicht vorstellen. Ich habe überlegt wie man diese „unglück-liche Idee“ anders lösen könnte. Da kam mir eine Brücke über dem Geschehen am Elbstrand in den Sinn. Ich habe mich informiert und eine vergleichbare Lösung in Kopenhagen gefunden.

EW: Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Hamburg und warum? 
CH: Einer von meinen absoluten Lieblingsplätzen ist natürlich der Elbstrand. Nirgendwo ist für mich das Gefühl größer, sich im Alltag wie im Urlaub zu fühlen, als dort.

EW: Was wäre ein perfektes Wochenende in Hamburg?

CH: Sommer, Sonne, Sonnenschein, die Elbe das Meer und der Hafen ...
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