„Integration ist das Wichtigste!“

Neun der insgesamt elf Mitglieder der Initiative: Anke Linda Schmidt, Nicola Herz-Paassen, Tina Späth, Klaus Schomacker, Christina Schröder (vordere Reihe v.l.n.r.), Reginald Stadlbauer, Klaus Kamlah, Christopher Deecke, Michael Neumaier. (Foto: put)

Initiative VIN will keine Großraumsiedlung an der Suurheid – Ghettobildung befürchtet

Puttfarken/Istel, Rissen - Auf dem acht Hektar großen Grundstück Suurheid, zwischen Asklepios Klinik und Rissener Sportverein, will die Behörde Flüchtlingsunterkünfte für 4.000 Personen bauen. Elf Rissener Bürger wollen das nicht hinnehmen und haben sich zur Initiative „VIN Rissen“ (Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit in Rissen) zusammengeschlossen.
Laut Bebauungsplan dürfen auf dem Grundstück 230 Wohneinheiten gebaut werden. Die Behörde plant, hier bis zu 800 Sozialwohnungen für Flüchtlinge zu bauen. Ab Ende 2016 sollen pro Wohnung bis zu fünf Personen einziehen.

Nicht gegen Flüchtlinge,sondern gegen Ghettobildung

„Wir sind nicht gegen Flüchtlinge“, erklärt Anke Linda Schmidt (48), eine der Mitbegründerinnen der Initiative. „Wir wollen nur nicht, dass ein Ghetto entsteht und die Flüchtlinge den Willen zur Integration verlieren. Integration ist das Wichtigste“, so Schmidt, die selbst seit einem Jahr in der Flüchtlingsunterkunft Sieversstücken mit Spenden- und Schulaktionen aktiv ist.

Wohnungen sollen auch in 15 Jahren noch attraktiv sein

Das Grundstück liegt nördlich des „Canyons“, also abgeschnitten vom Dorfkern Rissen. Die Mitglieder der VIN sind besorgt, dass eine erfolgreiche Integration der Asylsuchenden in die Rissener Gemeinschaft und damit in den Arbeitsmarkt verhindert werde. „Keine Anbindung bedeutet keine Integration“, so Thomas Neumaier, Mitglied der VIN. Mitstreiter Klaus Schomacker: „Nach einer Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind Flüchtlinge erst nach fünf bis sieben Jahren im Arbeitsmarkt einsetzbar. Eine
misslungene Integration kostet Hamburg drei Millionen Euro im Jahr.“
Und es sollten nicht zu viele Häuser dicht an dicht schnell „hochgezogen“ werden. Neumaier: „Wir müssen auch an die Zeit nach der Flüchtlingsunterbringung denken. So, wie die Unterkünfte heute gebaut werden, so attraktiv werden sie in 15 Jahren noch sein. Wir fordern nachhaltige Investitionen statt kurzfristigen Aktionismus.“ Gemeint ist: Der Senat soll sich an den beschlossenen Bebauungsplan Rissen 45 halten und die Flüchtlinge statt in einer Großraumsiedlung an mehreren Orten in Rissen unterbringen.
Jetzt liegt ein neuer Vorschlag der Altonaer SPD auf dem Tisch: Auf der Suurheid soll ein Internationales Quartier mit 600 Wohnungen entstehen, davon 400 für Flüchtlinge. 200 Wohnungen sind für den freien Markt gedacht, also beispielsweise für junge Familien. Weitere 400 Wohnungen für Flüchtlinge sollen dafür in Ottensen gebaut werden.

Podiumsdiskussion
Bebauung Suurheid
Mittwoch 18. November,19 Uhr
Schule Iserbarg, Iserbarg 2
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