„Ich nehme keine Mieterhöhung hin“

Der Fahrradkeller ist eine Katastrophe, findet Heinz Mohr. Er beschwert sich über die Sauberkeit in der Wohnanlage der Wilhelm-Dähn-Stiftung. (Foto: jve)

Mieter Heinz Mohr beschwert sich über die seiner Meinung nach ungepflegte Wohnanlage der Wilhelm-Dähn-Stiftung

Julia Vellguth, Rissen – Ruhe und Sauberkeit, mehr wünscht sich Heinz Mohr nicht zum Leben. „Doch beides habe ich in meinem Zuhause nicht“, so der Rentner. Der 78-Jährige wohnt seit 14 Jahren in der Wohnanlage der Wilhelm-Dähn-Stiftung für finanziell bedürftige Senioren. Sollte eine Mieterhöhung kommen, will er diese nicht hinnehmen. „Erst muss sich hier einiges ändern.“
Als er damals aus Nienstedten in die Hobökentwiete 36-46 zog, glaubte er, die Wohnanlage aus sechs Häusern sei gut in Schuss. Doch seit ein paar Jahren hat er den Eindruck, es werde nicht genug zur Erhaltung der Anlage getan.
Besonders ärgern Heinz Mohr die Keller. „Der Fahrradkeller ist eine Zumutung“, meint er. Spinnweben, Staub und Dreck verleiden ihm die Nutzung.

Bezahlen für den kaum genutzten Tagesraum

Sie sind das nächste rote Tuch für Mohr: die Gemeinschaftsbäder. Er nutzt sie nicht. Er findet die Bäder unappetitlich. Und schließlich hat er ein eigenes Bad mit Dusche. Deshalb findet er es auch nicht in Ordnung, für die Gemeinschaftsbäder einen Mietanteil zu bezahlen.
Zahlen muss auch jeder für den Tagesraum – doch „der wird so gut wie gar nicht genutzt“, so Mohr.
Er ärgert sich an jeder Ecke der 1961 fertiggestellten Anlage. „Ich bin kein Aufpasser, aber ich bin hier schon verrufen als Querulant“, weiß Mohr.
Sein Ärger richtet sich auch gegen seine Mitbewohner, denn die Reinigung der Keller sowie der Gemeinschaftsbäder ist laut Mietvertrag Sache aller.
Die Wilhelm-Dähn-Stiftung verweist auf ihre Hausverwaltung, die Moll & Moll Zinshaus GmbH. Geschäftsführer Oliver Moll kennt die Probleme, betont aber: „Es fällt uns bereits heute sehr schwer, den Betrieb der Stiftung bei den sehr niedrigen Mieten aufrecht zu erhalten. Für echte Sanierungsprogramme mit hohen Investitionen ist derzeit schlicht kein Spielraum.“ Sprich: Es ist kein Geld da, um die Anlage in Schuss zu bringen.
Um die Wohnanlage wieder auf Vordermann zu bringen, wäre Mohr sogar bereit, mehr Miete zu zahlen. „Die Mieten könnte man durchaus so weit anheben – die meisten Mieter hier besitzten ein Auto –, daß die Pflege und Verbesserungen der Wohnanlage davon bezahlt werden könnten. Im Laufe der Zeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Verwaltung sich nur deshalb keine Mühe gibt, um uns hier als Untermenschen hinzustellen.“
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