„Ich mach mal was Verrücktes!“

Iris Frankberg beim Häkeln: Ihre Poller-Puppen sind in etwa einen Meter lang. (Foto: tischler)

Iris Frankenberg häkelt „Puppen-Überzieher“ für Pfosten

Markus Tischler, Osdorf

Das Konterfei von Schlagerbarde Heino ist hier schon gesichtet worden. Nana Mouskouri hat ebenfalls ein Gastspiel gegeben – allerdings nur als Poller-Puppen. Zurzeit ist Conchita Wurst, Sieger des 59. Eurovision Song Contest vor zwei Jahren, an der Ecke Langelohstraße/Tönninger Weg zu bestaunen.
Gut, womöglich braucht es ein bisschen Fantasie, um zu erkennen, dass es sich um Conchita Wurst handelt. Jedenfalls erzählt Iris Frankenberg, dass sie die Figur dem österreichischen Travestiekünstler nachempfunden habe. Aber eigentlich ist das auch egal, denn jede der acht Puppen, die über die Poller am Parkplatz eines
Catering-Unternehmens hängen, sind richtige Hingucker.
Warum aus einem Wollknäuel und zwei zu Armen umfunktionierten Pfeifenreinigern gerade Conchita Wurst entstanden ist, war Zufall. „Ich habe von Bekannten ein Stück von einem künstlichen Bart geschenkt bekommen“, erzählt Iris Frankenberg. „Und da ich noch eine Perücke hatte, habe ich mir gedacht: Ich mache mal was Verrücktes.“

Iris Frankenberg häkelte bereits 20 Figuren

Gehäkelt hat Iris Frankenberg, die früher selbst in dem Catering-Unternehmen tätig war, ihre erste Poller-Puppe vor drei Jahren. „Damals hat mich der Geschäftsführer Hans-Helmut Müller angesprochen, ob ich dazu nicht Lust habe. Wir kennen uns schon sehr lange. Ich habe damals Tischuntersetzer für ihn genäht. Da hat er mich gefragt, ob ich nicht auch Puppen-Poller häkeln könne.“
Weil ihr Mann als Koch in der Firma arbeitet, war das erste Motiv auch schnell gefunden. Um die 20 Figuren hat Iris Frankenberg seitdem erstellt. „Pro Puppe brauche ich sechs bis acht Stunden“, erzählt sie und betont: „Ich fertige sie an, wenn ich Zeit habe.“
Jede Puppe entsteht auf ganz besondere Weise: „Ich fange übrigens immer von unten an. Der Kopf kommt zuletzt.“
Dass über die Poller bunte Puppen gestülpt worden sind, ist freilich nicht nur aus Lust und Laune geschehen. „Es hat auch einen praktischen Grund. Die Poller sind für die Fahrer beim Rangieren auf dem Platz besser zu sehen“, sagt Iris
Frankenberg.
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