HSV will die U5 Nord

Tausende Besucher strömen zu HSV-Heimspielen oder Konzerten in den Arenen in Bahrenfeld – bekommen diese auch einen Bahnanschluss? Foto: hsv
 
Frank Wettstein: „Vielen Fans sind die Bahnhöfe Stellingen und Eidelstedt zu weit weg von der Arena.“ Foto:: HSV

Bahn in den Westen: HSV-Vorstand Frank Wettstein fordert
bessere Anbindung der Arenen im Volkspark

Carsten Vitt, Hamburg-West

Zwei Varianten sind noch im Rennen: Eine U-Bahn über Stellingen und die Arenen in den Osdorfer Born (U5 Nord) und eine S-Bahn über Bahrenfeld in den Born (S32 Süd). Das Elbe Wochenblatt sprach mit Frank Wettstein, dem Finanzvorstand des HSV, über die Vorstellungen des Fußballclubs.

Elbe Wochenblatt: Welche der beiden Strecken favorisiert der HSV?
Frank Wettstein: Wir haben uns für den Bau der U-Bahn-Linie 5 ausgesprochen, weil wir die Gesamtlage von unserem Standort aus betrachten und die Erweiterung des Streckennetzes der öffentlichen Verkehrsmittel eine Verbesserung darstellen soll. Der diskutierte Vorschlag der südlichen S-Bahn-Anbindung mit einer Haltestelle in der Stadionstraße würde an der bislang eher misslichen Situation nichts verändern. Die Entfernung vom Bahnhof zu den Arenen hier im Volkspark wäre genauso weit wie jetzt von den S-Bahnhöfen Eidelstedt oder Stellingen.

EW: Wird die südliche S-Bahn-Strecke gebaut, können Fans mit einem guten Shuttle-Bus-Verkehr bequem zum Stadion fahren – auch kein Problem, oder?

Wettstein: Die Verkehrslage bei Veranstaltungen in den Volkspark-Arenen würde sich aber keinesfalls entspannen. Aktuell ist es so, dass sogar viele Hamburger nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, weil ihnen die Wege von den Bahnhöfen zu weit und die Shuttle-Dienste zu unbequem sind. An den mitunter extrem langen Wartezeiten in den Stoßzeiten vor und nach Veranstaltungen würde sich wenig ändern. Und auch das Thema Sicherheit muss im Blickpunkt bleiben.

EW: Was heißt das genau?

Wettstein: Unser höchstes Gebot ist stets die Sicherheit aller Besucher des Volksparkstadions. Gerade bei sogenannten Risikospielen müssen die Fangruppen auf dem Weg zum Stadion und bei der Abreise voneinander getrennt werden. Das ist mit der Polizei so abgestimmt, damit es möglichst wenige potenzielle Konfrontationspunkte gibt. Derzeit wird der Block der Gästefans über einen Busshuttle zum S-Bahnhof Othmarschen über die Stadionstraße geführt. Das wäre im Falle einer Haltestelle dort nicht mehr möglich. Die Sicherheitslage betrifft aber nicht nur Fußballspiele. Für alle Veranstaltungen der Arenen im Volkspark sehen die Notfallpläne den Hellgrundweg als weiteren Fluchtweg bei Gefahren vor. Es entstünden neue Problemlagen, wenn von dieser Seite ein weiterer Hauptzugang zum Stadion entstehen sollte.

EW: Wäre der HSV bereit, für Verbesserungen etwas zu bezahlen?
Wettstein: Wir investieren stetig in die Verbesserung der Wegführungen, Ausschilderungen und Sicherheitslagen.


EW: Was schätzen Sie: Wie viele Fans, die bisher mit dem Auto kommen, würden bei einer guten Verbindung auf die Bahn umsteigen?

Wettstein: Das ist rein spekulativ, dazu kann und möchte ich keine Einschätzung vornehmen. Fakt ist aber, dass unsere Zuschauerbefragungen und auch die Erkenntnisse der anderen Arenenbetreiber im Volkspark besagen, dass viele Besucher trotz der schlechten Parkplatzsituation und trotz der oft erheblichen Staus die Anreise mit dem Auto einer Anfahrt mit der S-Bahn vorziehen, weil die Bahnhöfe in Volksparknähe ihnen zu weit von den Eingängen der Arena entfernt sind.

Fakten
Pro Heimspiel kommen im Schnitt etwa 50.000 Besucher ins Volkspark-Stadion. 15.000 Besucher reisen laut HSV mit dem ÖPNV an.

Im Umfeld des Stadions gibt es 6.500 Parkplätze (Kosten: fünf Euro), die zu 80 Prozent belegt seien. Das entspricht etwa 20.000 bis 25.000 Besuchern, die per Auto anreisen.

Pro Saison zählt der HSV etwa eine Million Besucher bei Fußballspielen, etwa 800.000 Gäste kommen zu Konzerten, Festivals, Messen, zu Trainingseinheiten, ins Museum und in den Fanshop.

In der Barclaycard-Arena gibt es pro Jahr etwa 140 Veranstaltungen, die bis zu 1,5 Millionen Menschen besuchen. CV
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