Heines „schöner Falter“ wird Dauergast

Passender Rahmen für die Ausstellung: Therese von Bacheracht war zu Lebzeiten häufiger Gast im Jenisch Haus. (Foto: SHMH, Elke Schneider)

Therese Bacheracht-Gemälde ist ab Dezember im Jenisch Haus zu sehen

Gaby Pöpleu, Othmarschen. Der Dichter Heinrich Heine nannte sie einen „schönen Falter“. Die Hamburgerin Therese von Bacheracht lebte von 1804 bis 1852. Im 19. Jahrhundert war sie eine weit über die Grenzen der Hansestadt bekannte Schriftstellerin der literarischen Bewegung des „Vormärz“. Ein erst kürzlich wiederentdecktes Gemälde, das die schöne Therese in russischer Tracht zeigt, ist nun als Dauerleihgabe aus Wiener Privatbesitz ins Jenisch Haus gekommen.

Vermittelt hat der Heine-Haus-Verein die Leihgabe. Im Rahmen der Recherchen zur Ausstellung „Salonfähig. Frauen in der Heine-Zeit“, die 2016 im Jenisch Haus zu sehen war, entdeckte man das Bild, das sich zu der Zeit im Besitz von Wiener Nachfahren der Schriftstellerin befand. Das Gemälde ist vermutlich um 1840 während eines Besuches in St. Petersburg entstanden und ähnelt einem berühmten Bild von Kaiserin Alexandra Fjodorowna, das Franz Krüger 1838 malte.
Dank einer Spende konnte das großformatige Gemälde von der Düsseldorfer Kunsthistorikerin Mayme Neher restauriert werden. Ab 12. Dezember ist es im Jenisch Haus in der Ausstellung „Therese von Bacheracht. Eine Hamburgerin in St. Petersburg“ zu sehen, die anlässlich der 60-jährigen Städtepartnerschaft von Hamburg und St. Petersbug organisiert wurde.


Ausstellung zur Lebensgeschichte bis April


Die Ausstellung wird sich der in mancher Hinsicht spannenden Lebensgeschichte dieser selbstbewussten Hamburger Schriftstellerin widmen.
Neben Gemälden und modischen Accessoires werden Dokumente aus deutschen und russischen Archiven gezeigt, die Bacharachs Leben veranschaulichen: Ihre Bekanntschaft mit Karl Gutzkow, einem der wichtigsten Repräsentanten der „jungdeutschen Bewegung“, verhalf ihr zu ersten schriftstellerischen Impulsen.
Therese von Bacharacht hat aber nicht nur mit ihren Büchern und Feuilletons die musisch gebildete Welt ihrer Zeit in Atem gehalten, sondern auch mit ihrer Schönheit und ihrer Ausstrahlung: Ihre Ausbildung am kaiserlichen Institut für adelige Mädchen in St. Petersburg legte den Grundstock für zahlreiche Reisen in die Metropole an der Newa - Stoff für mehrere ihrer Veröffentlichungen. Die Bacheracht-Ausstellung läuft bis zum 22. April 2018.
❱❱ Jenisch Haus, Baron-Voght-Straße 50 a, di-so 11-18 Uhr, Eintritt: 6,50/ vier Euro (ermäßigt)
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.